Söhne, Väter, Neffen, Onkel, Schwestern – lauter Familiengeschichten

von Redaktion

Das fällt auf an dieser deutschen Klasse von 2021. Einige Spieler sind familiär geprägt in Sachen Eishockey.

Fabio Wagner (25) vom ERC Ingolstadt ist einer der „unsung heroes“, der unbesungenen Helden im deutschen Eishockey-Team. Verteidiger, harter Arbeiter, hat sich still nach oben gedient. Man könnte sagen: Ganz der Vater. Bernd Wagner rackerte in den 80er-Jahren für den EV Landshut und die Nationalmannschaft. Beim EVL trainierte er auch den Nachwuchs – und einige Zeit den eigenen Sohn.

Mathias Niederberger (28): Sein Vater war in den 80ern und 90ern ein Top-Verteidiger.

Tom Kühnhackl (29): Er ist Sohn von Erich Kühnhackl, Deutschlands Eishockeyspieler des (20.) Jahrhunderts.

Nico Krämmer (28): Neffe von Gerd Truntschka, dem großen Techniker der 80er-Jahre.

Matthias Plachta (30): Sein Vater Jacek, polnischer Nationalspieler, kam des Eishockeys wegen nach Deutschland, wo dann Matthias geboren wurde. Jacek spielte mit deutschem Pass, in manchen Stadien wurder er als „Asylant“ geschmäht.

Lukas Reichel (19): Sein Vater Martin kam wie Plachta senior in einer Einbürgerungswelle deutschstämmiger Eishockey-Profis Anfang der 90er-Jahre nach Freiburg. Onkel Robert war ein Star in der NHL. Im Rosenheimer Nachwuchs wurde Lukas Reichel von Martin Reichel trainiert. Die Chance als Profi suchte er dann bei den Eisbären Berlin, der Weg in die NHL ist vorgezeichnet.

Also: Ist es einer Karriere förderlich, wenn man aus einer Eishockeyfamilie stammt? „Der Vorteil ist“, sagt DEB-Präsident Franz Reindl, „dass die Eltern wissen, was auf sie an Aufwand zukommt, dass sie etwa ihr Kind jahrelang zu Training und Spiel fahren müssen“. Nico Krämmer, der Truntschka-Neffe, sieht indes „nur eine kleine Verbindung. Ich zum Beispiel durfte tun und lassen, was ich wollte, mit meinem Vater und Onkel ging es nie um Eishockey.“ Er verweist auf die Kühnhackls: „Der Bruder von Tom war auch kein Eishockeyprofi.“ Erich Kühnhackl erzählte einmal, dass Kevin, sein älterer Sohn, eigentlich Fußballer, ihn beiläufig unterrichtet habe, „dass er in der Schulmannschaft jetzt auch Eishockey spielt. Ich ging ins Stadion, schaute, wo er ist, entdeckte ihn nicht – bis ich merkte: Der steht ja im Tor!“ Bis in die höchste Liga schaffte es Kevin Kühnhackl nicht. Tom jedoch, Stürmer wie der Vater, gewann zweimal den Stanley Cup in der NHL.

Söhne bekannter Väter gehörten auch dem Olympia-Silber-Team 2018 an. Frank Hördler spielte mit seinem Vater und Bruder sogar in einer Mannschaft (Selb), Marcus Kinks Vater Georg war Nationalspieler und Bundesligatrainer, David Wolfs Dad Manfred einer der ersten Deutschkanadier im internationalen Eishockey, Björn Krupp ist der Filius von Uwe Krupp (NHL-Profi, Bundestrainer). Schließlich gibt es noch Superstar Leon Draisaitl, der viel von Vater Peter, einem der besten Deutschen bis Mitte der 90er, mitbekommen hat. Patrick Hagers Vater Anton spielte 2. Liga.

Eine ganz besondere Konstellation erlebt Markus Eisenschmid (26), Stürmer im jetzigen WM-Team. Seine Schwestern Tanja (28) und Nicola (24) sind Nationalspielerinnen. Ihre WM soll auch noch stattfinden: Im August in Kanada. GÜNTER KLEIN

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