Seefeld – Wegen Hüftproblemen konnte Jamal Musiala (18) die ersten Tage im DFB-Trainingslager in Seefeld in Tirol nur individuelle Einheiten absolvieren. Für das Test-Länderspiel heute in Düsseldorf gegen Lettland ist der Youngster vom deutschen Rekordmeister FC Bayern aber wieder einsatzbereit. „Ich fühle mich sehr gut“, meldet Musiala, der sich beim letzten Härtetest vor der Europameisterschaft für Einsätze bei seinem ersten großen Turnier mit der deutschen Nationalmannschaft empfehlen möchte.
Ende März wurde das Supertalent des FC Bayern zum ersten Mal von Bundestrainer Jogi Löw (61) nominiert. In drei Spielen wurde er zweimal eingewechselt, durfte insgesamt 13 Minuten bei den WM-Qualifikationsspielen gegen Island (3:0) und Nordmazedonien (1:2) ran, sorgte jeweils in der Schlussphase für frischen Wind.
Auch bei der anstehenden EM brennt Musiala auf die Joker-Rolle. „Das macht Spaß, wenn man eingewechselt wird und versucht, neuen Schwung ins Spiel zu bringen“, betont Musiala. „Ich will Erfahrung sammeln und mein Bestes geben, wenn ich eingewechselt werde. Ich möchte bereit sein, wenn ich die Chance erhalte.“
2019 war er aus der Jugend des FC Chelsea zum FC Bayern gewechselt. Innerhalb kürzester Zeit wurde Musiala fester Bestandteil bei den Profis, er gewann 2020 mit den Bayern das Sextuple und schaffte sogar den Sprung zur Nationalmannschaft – mit nur 38 Spielen, in denen er 27 Mal eingewechselt wurde. Beim DFB-Team hält sich Musiala meist an der Seite seiner Bayern-Kollegen auf. „Ich bin noch nicht so eng mit den anderen Spielern. Aber wir lernen uns von Tag zu Tag besser kennen“, berichtet Musiala. „Mit Toni Rüdiger und Florian Neuhaus verstehe ich mich auch gut. Die Bayern-Jungs helfen mir viel, das macht die Integration einfacher.“
Erst Anfang dieses Jahres entschied sich Musiala für Deutschland, sagte dafür England ab, für das er im Nachwuchsbereich aufgelaufen ist. „Sie haben viele gute, junge Spieler und zählen bei der EM zu den Favoriten. Aber wir haben auch eine gute Mannschaft“, sagt Musiala – und fügt hinzu: „Es wäre schön, wenn wir uns auf dem Platz treffen.“ pk, bok