GLOSSE

Das Klappern der Störche

von Redaktion

Die Nationalmannschaft hat im Basecamp „Homeground“, auf das sich ihr derzeitiger Alltag konzentriert, ein gewaltiges Naturerlebnis.

Tagsüber – und auch beim Training im kleinen Campus-Stadion vernehmbar – wird das Tun der Spieler vom Sound der Vögel unterlegt. Wenn in ein paar Monaten traditionell der „Singvogel des Jahres“ gewählt wird, sollten die DFB-Spieler mitvoten, nach ein paar Wochen in Herzogenaurach werden sie hochkompetent sein.

Feine Ohren mit etwas weiterem Hörradius werden auch die kleine Herde mit einigen sehr jungen und putzigen Ziegen vernehmen, die sich in ein paar Sträuchern hinter der Böschung des Trainingsplatzes niedergelassen hat. Und abends, wenn die Vogelwelt Feierabend hat, sorgen die Enten und Frösche im vor dem Headquarter von Adidas angelegten Teich (dort stehen die TV-Stationen) für das akustische Ambiente.

Schön – aber schade eigentlich, dass Adidas eine solche Weltfirma geworden ist, dass es auf die grüne Wiese hat ziehen müssen. Die Ursprünge der Company liegen in der Altstadt, in der Waschküche der Dassler-Villa wurden die ersten Schuhe gefertigt.

Und die Altstadt ist eine Show. Besetzt derzeit von offiziell neun Storchenpaaren, die sich fulminante Nester auf den Dächern der Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert gebaut haben. Sie wären die idealen DFB-Tiere. Störche klappern – und Klappern gehört zum Handwerk der Bierhoff-Boys. Störche stehen auch für gute Hoffnung – mit der es ins Turnier geht. Vielleicht gibt es auch für den DFB was Kleines.

Doch leider: Störche bevorzugen Altbauten. Bungalowdächer sind uninteressant. GÜNTER KLEIN

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