Dicke Luft beim Weltmeister

von Redaktion

Zwischen Frankreichs Offensiv-Stars Giroud und Mbappé stimmt offenbar die Chemie nicht

München – Kurz vor dem EM-Auftaktspiel der französischen Nationalmannschaft am Dienstag in München gegen Deutschland ist offenbar ein Konflikt ausgebrochen. Dabei war es lediglich ein Halbsatz von Stürmer Olivier Giroud (34), der rund um die Equipe Tricolore ein mächtiges Getöse auslöste.

„Manchmal macht man die Läufe, und der Ball kommt nicht an“, antwortete der zweifache Torschütze nach dem 3:0 vergangene Woche im Test gegen Bulgarien auf Fragen zum Zusammenspiel mit den Sturmkollegen. Laut mehrerer französischer Medien soll mit der Kritik Kylian Mbappé (22) gemeint gewesen sein. Der Torjäger von Paris Saint-Germain soll darüber so verärgert gewesen sein, dass er zum Thema auf einer Pressekonferenz antworten wollte. Nationaltrainer Didier Deschamps (52) habe ihn jedoch davon abhalten können. Der Coach ordnete ein Gespräch zwischen den beiden Streithähnen an, um den Konflikt aus der Welt zu schaffen. Giroud soll sich dabei zwar entschuldigt haben, Mbappé habe er aber nicht überzeugen können.

„Die einzigen Spannungen, die wir haben, sind im Rücken und in den Beinen. Die Physiotherapeuten sind da, um uns gut zu massieren und all diese Verspannungen zu lösen“, scherzte Mittelfeld-Star Paul Pogba (28). Doch allem Anschein nach ist in Frankreichs Team eben nicht alles eitel Sonnenschein. Ein Vorteil für Deutschland am Dienstag? „Ich denke, diese Auseinandersetzung kann einen Einfluss haben“, sagt Hugo Delom von der französischen Sporttageszeitung „L’Equipe“ im Gespräch mit unserer Zeitung. „Sollte Frankreich verlieren, wird es danach richtig schwierig.“

Auch das Verhältnis zwischen Nationalmannschafts-Rückkehrer Karim Benzema (33) zu Giroud war vor nicht allzu langer Zeit nicht das beste. „Man vergleicht die Formel 1 nicht mit Kartfahren“, hatte der Real-Stürmer im März 2020 bei Instagram betont. Es ging in dem Beitrag darum, den Unterschied zwischen ihm und dem Chelsea-Angreifer zu erklären. „Ich habe das Gefühl, dass sich deren Verhältnis mittlerweile aber wieder stabilisiert hat“, so Delom. Fakt ist: Probleme durch das Comeback von Benzema blieben bislang aus. Der Stürmer war im Dezember 2015 aus dem Nationalteam ausgeschlossen worden, nachdem er wegen der Mittäterschaft bei einem Erpressungsversuch sowie dem Mitwirken in einer kriminellen Vereinigung angeklagt worden war. „Ich verstehe, dass Karims Rückkehr Gesprächsstoff liefert. Aber ich kann nur sagen, dass es intern alles ganz normal gelaufen ist“, sagte Deschamps. Rein sportlich ist Benzema eine weitere Option: „Mit ihm sind wir stärker als ohne ihn.“  pk

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