Yogi und Jogi

von Redaktion

Der Münchner Yoga-Lehrer Patrick Broome betreut seit 2005 die Nationalmannschaft

München – Bundestrainer Joachim Löw (61) ist nicht der einzige Jogi im DFB-Basecamp. Auch ein echter Yogi ist in Herzogenaurach … Yoga-Lehrer Patrick Broome, ausgebildeter Diplom-Psychologe an der Uni München, war seit 2005 bei allen Europa- und Weltmeisterschaften dabei. Nun soll er die Nationalspieler wieder locker machen für die EM.

Seine Stunden sind freiwillig. Außer am Tag nach einem Match: Da müssen alle, die gespielt haben, mitmachen. Doch wie sehen solche Einheiten bei Thomas Müller & Co. aus? „Ich bin kritisiert worden, dass mein Yoga zu einfach ist. Ich möchte keinen Wettbewerb da drin haben, dass der eine was kann, was der andere nicht kann“, verriet Broome kürzlich in der „WirtschaftsWoche“. „Klar gibt es Leute, die würden gerne einen Handstand oder eine Krähe für ihr Instagram machen, aber das lernen sie bei mir nicht.“

Auf Räucherstäbchen verzichtet Jogis Yogi ebenfalls. „Ein paar Spieler wollen es gerne heimelig haben. Der eine bringt ein Duftkerzchen mit, der andere die Musik. Und dann akzeptieren es die anderen Spieler auch, weil es aus ihrem Kreis herauskommt“, erzählt Broome.

Nicht alle DFB-Stars sind aber von Broome begeistert. Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann war anfangs auch kritisch, weil er fürchtete durch Yoga den Biss zu verlieren. „Lehmann ist immer noch sehr impulsiv, wie man sieht. Yoga hat ihn nicht weich geklopft. Yoga kann den Spielern helfen, Spannungen loszuwerden“, betont Broome. „Wenn ich vor dem Spiel mit Manuel Neuer trainiere, hat er einen butterweichen Körper. Im Spiel verwandelt sich der Körper in einen Felsklotz. Da ist er froh, wenn andere ihn unterstützen können, die Spannungen wieder los zu werden.“

Laut Broome hilft Yoga dabei, sich selbst zu spüren, Körpergefühl zu entwickeln und besser zu schlafen. Auch auf die Regeneration wirke es sich positiv aus. Möglich, dass der Yogi seine Arbeit nach der Zeit von Löw beim DFB weiterführt. „Hansi Flick kenne ich mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser als Joachim Löw. Mein Traum wäre, dass das Yoga professionalisiert würde. Es müsste einen fixen Ansprechpartner geben, der Yoga auch in der Akademie in die Jugendmannschaften trägt“, meint Broome. „Ich wüsste da jemanden für diese Rolle. Dann würde ich die Position räumen. Wenn es aber so bleiben soll, wie es ist, würde ich auch gerne unter Flick weitermachen.“ PHILIPP KESSLER

„Yoga kann Spielern helfen, Spannungen loszuwerden“

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