München – Portugals Fußballstar Cristiano Ronaldo hat dem Getränkeriesen Coca Cola offenbar einen Wertverlust in Milliardenhöhe beschert. Nachdem der 36-Jährige bei einer Pressekonferenz vor dem EM-Auftakt Colaflaschen vom Podium entfernte, sank der Aktienkurs des Unternehmens um 1,6 Prozent. Zudem sank der Marktwert des EM-Sponsors um vier Milliarden US-Dollar auf 238 Milliarden.
Nachdem der fünfmalige Weltfußballer die Colaflaschen zur Seite gestellt hatte, hielt er eine Wasserflasche hoch und rief mit dem Wort „Agua“ deutlich hörbar zum Wassertrinken auf. Und tags drauf dann zum Tore schießen. Der tapfere Außenseiter Ungarn um den überragenden Leipziger Torwart Peter Gulacsi hatte in Budapest den hohen Favoriten Portugal über 80 Minuten lang entnervt – und kassierte dann doch eine 0:3 (0:0)-Niederlage. Der Hauptschuldige: Cristiano Ronaldo!
„Das war echt schwierig, die Ungarn haben wirklich gut verteidigt. Ich bin froh über meine zwei Tore. Vor allem, dass ich mit denen dem Team helfen konnte“, sagte Ronaldo, nachdem er mit seinen Treffern (87., Foulelfmeter, 90.+2) vor der in Pandemie-Zeiten außergewöhnlichen Kulisse von 67 000 Zuschauern in der Puskas-Arena den Sack zugemacht hatte. Gulacsi indes trauerte der verpassten Überraschung nach: „Schade, mit ein bisschen Glück hätten wir einen Punkt holen können.“
Dortmunds Raphael Guerreiro (84.) hatte zuvor für die erlösende Führung der Portugiesen gesorgt, die damit vor dem Duell mit der deutschen Mannschaft am kommenden Samstag (18 Uhr, ARD & MagentaTV) ihre Pflichtaufgabe in der Hammergruppe F lösten. „Jetzt geht es gegen Deutschland, und wir müssen uns weiterentwickeln“, sagte Trainer Fernando Santos. „Töten oder getötet werden, hat Scolari früher gesagt.“
Für die Ungarn geht es am Samstag (15 Uhr) gegen Weltmeister Frankreich schon fast um die letzte Achtelfinal-Chance. „Wir werden auf jeden Fall wieder alles probieren“, meinte Gulacsi. Der lange enttäuschende Ronaldo war schließlich doch noch wie so oft in seiner Karriere der große Triumphator: Mit seinem zehnten und elften EURO-Treffer überflügelte er Frankreichs Legende Michel Platini. Dieser hatte für seine neun Treffer allerdings nur eine Endrunde mit fünf Spielen beim französischen Triumph 1984 benötigt. Zudem kam er als erster Spieler bei fünf Endrunden zum Einsatz – es war sein 22. bei einer EM, ebenfalls Rekord.
Die Ungarn standen tief, versuchten über ihre Physis zunächst erfolgreich, den portugiesischen Edeltechnikern die Lust am Spiel zu nehmen. Doch der Favorit erhöhte den Druck, war phasenweise ähnlich überlegen wie die Spanier beim 0:0 gegen Schweden, tat sich im Abschluss lange schwer. sid