Sind Abseitstore überhaupt Torchancen?

von Redaktion

FACHBEGRIFFE DES FUSSBALLS

Robin Gosens sieht ein wenig aus wie Lukas Podolski, er klingt auch ein bisschen so wie der einstige Entertainer des Nationalteams und seiner Fans, wenn er komplexe Sachverhalte auf den Punkt bringt. Thema, Robin: Als knapp kann die deutsche Niederlage eigentlich gar nicht verkauft werden, denn Frankreich schloss noch zwei weitere Spielzüge neben dem von Mats Hummels vollendeten mit Toren ab, oder? War die 0:1- nicht eigentlich eine 0:3-Niederlage? Kylian Mbappé, der mit Körpertäuschungen aus dem Stand Joshua Kimmich und Manuel Neuer düpiert hatte (66. Minute), bejubelte ein vermeintliches zweites französisches Tor, Karim Benzema ein weiteres (85.) – die Franzosen feierten jedes Mal schon vor ihrer Fankurve, bis Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande sie aufgrund von VAR-Meldungen zurückpfiff. Jeweils Abseits – das zweite Mal, als Mbappé als Vorbereiter losgelaufen war, offensichtlicher als beim ersten.

Deutschland im Glück? Oder ist die Aufdeckung und Korrektur eines Irrtums nicht vielmehr etwas, das einem zusteht? Jetzt sind wir bei Robin Gosens und seiner klaren Wahrheit: „Abseitstore sind am Ende gar keine Chancen.“ Und das stimmt: In den Reports von Statistikportalen, die ein Spiel detailliert nacherzählen, steht ganz karg: „Mbappé caught offside“ – im Abseits erwischt. Kein Wort, was daraus erwuchs.

Unterm Strich war Frankreich – Deutschland chancenarm. Schüsse aufs Tor: 1:1 (für die DFB-Elf durch Rüdiger). Alles Weitere war nur „Versuch Richtung Tor“. Ilkay Gündogan sprach von „Chancen, die Serge und ich hatten“. Gnabry ballerte volley knapp drüber. War das dann überhaupt eine Chance? Wie man’s nimmt. GÜNTER KLEIN

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