Hinten kompakt – vorne gefährlich

von Redaktion

EINZELKRITIK Rüdiger geht aggressiv in die Zweikämpfe – Havertz steht goldrichtig

VON MANUEL BONKE UND PHILIPP KESSLER

Manuel Neuer: Bei den Gegentoren ohne Chance. Ansonsten hatte er wenig zu tun.

Note: 3

Joshua Kimmich: Bundestrainer Löw blieb stur und so musste der Mittelfeld-Antreiber des FC Bayern beim DFB wieder rechts hinten ran. Auffällig oft mit guten Flanken auf die andere Seite zu Gosens, so wie vor dem 1:1. Zudem mit zwei Tor-Vorlagen: einmal zum Eigentor der Portugiesen, das andere Mal für Gosens. Note: 1

Matthias Ginter: Unauffällig, aber ohne Fehler. Ein solides Spiel des Gladbach-Profis.

Note: 2

Mats Hummels: Hatte seinen Gegenspieler Cristiano Ronaldo im Griff. Für das 0:1 durch den portugiesischen Superstar konnte er nichts, weil er bei der Ecke zuvor im gegnerischen Strafraum gebraucht wurde. Der Dortmund-Verteidiger war auch vorne mal gefährlich: Eine Flanke von Gnabry erwischte er aber haarscharf nicht in der 25. Minute. Note: 2

(ab 63. Emre Can: Kam erst für Hummels als Innenverteidiger rein. Nach der Einwechslung von Süle rückte er ins defensive Mittelfeld vor. Unauffällig. Note 3)

Antonio Rüdiger: Gut per Grätsche gerettet bei einem Vorstoß von Portugal-Defensivmann Pepe. Dafür gab es Rüdiger-Sprechchöre von den deutschen Fans. Aggressiv in den Zweikämpfen. Note: 2

Robin Gosens: Der Bergamo-Legionär war der beste Spieler auf dem Platz. Sein Seitfallzieher-Tor in der ersten Halbzeit wurde noch wegen Abseitsstellung von Gnabry aberkannt. Dafür durfte der Linksverteidiger in der 60. Minute über seinen Kopfball-Treffer jubeln. Dazu bereitete er noch das 1:1 (Eigentor) und das 3:1 (Havertz) vor. Immer wieder strahlte Gosens offensiv Torgefahr aus, auch defensiv war er gut. Note: 1

(ab 62. Marcel Halstenberg: Der Leipziger sah beim 2:4 nicht gut aus. Note 4)

Toni Kroos: Sein erster Eckstoß leitete die Führung der Portugiesen ein, weil der Ball erneut nicht über den ersten Pfosten hinaus kam. Ansonsten dirigierte er das Spiel gewohnt ruhig und unaufgeregt. Note: 3

Ilkay Gündogan: Im Vergleich zum Auftakt gegen Frankreich fand Gündogan wieder zu seiner Passstärke zurück. Das Spiel konnte der Edeltechniker trotzdem nicht wirklich an sich reißen. Bei seinem Seitenwechseln war der Ball häufig zu hoch gespielt und dementsprechend zu lange in der Luft, sodass die Portugiesen die Flugbahn in Ruhe einschätzen konnten. Note: 3

(ab 73. Niklas Süle: o.B.)

Thomas Müller: Unermüdlicher Antreiber, der Kai Havertz sogar während dessen Torjubel taktische Anweisungen mit auf den Weg gab. Müller zeigte erneut eine unglaubliche Laufleistung und ging in den Zweikämpfen bis an die Schmerzgrenze – und darüber hinaus. Das 3:1 von Havertz leitet er mit einem Doppelpass ein, den Treffer von Robin Gosens mit einem feinen Doppelpass. Note: 2

Serge Gnabry: Der Wirbelwind mit Kochlöffel-Jubel war überall in der Offensive zu finden. Wenn Thomas Müller oder Kai Havertz in die Spitze stießen wechselte er auf den Flügel. Seine Dribblings waren wieder dynamisch und zielorientiert. Im Torabschluss fehlte jedoch seine gefürchtete Vollstrecker-Qualität. Note: 3

(ab 88. Minute Leroy Sané: o.B.)

Kai Havertz: Erzwang das 1:1 und erzielte das 3:1 selbst – avancierte somit zum Matchwinner der Partie. Von seiner Nervosität aus dem Spiel gegen Frankreich war nichts mehr zu spüren. Der Offensivspieler sorgte stets für Unruhe im portugiesischen Strafraum, stand bei seinem Tor goldrichtig. Sein passives Defensiv-Verhalten beim zwischenzeitlichen Führungstreffer von Cristiano Ronaldo interessierte nach seinem Tor niemanden mehr. Note: 1

(ab 73. Leon Goretzka: o.B.)

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