GLOSSE

44:44 – Gerd-Ultras versöhnt

von Redaktion

So, wir können den größten Wettbewerb, den der Fußball diese Saison zu bieten hatte, nun abschließen. Mit einem Unentschieden. 44:44. Das ist der Endstand im unerbittlich Tore schießen zwischen Gerd Müller ’72 und Robert Lewandowski ’21. Dass der polnische Superstürmer nach seinen 41 Bundesligatreffern zum Sieger erklärt wurde, war voreilig, denn zu einer Saison gehört auch noch das nachfolgende Turnier. Da kommen bei Lewandowski drei Tore dazu, macht in der Summe 44. Und mehr werden es nicht mehr, da er mit seiner Mannschaft als Gruppenletzter ausgeschieden ist. Gerd Müller, mit 40 Toren aus der Liga damals in die EM gestartet, ließ aber vier Einschüsse folgen – das bringt auch ihn auf die 44.

Das ist die große Versöhnung für alle Traditions-Ultras und die Bomber-Gläubigen. Und eigentlich ist es sogar so, dass der Gerd dieses Rennen gewonnen hat. Denn sein EM-Turnier 1972 in Belgien bestand nur aus zwei läppischen Spielen. Würde man das Viertelfinale, das außerhalb des Finalturniers stattfand, dazurechnen, dann wären wir bei fünf EM-Toren von Gerd. Denn beim legendären 3:1-Sieg in Wembley am 29. April 1972 traf auch er. 45:44. Und natürlich ist es viel, viel schwieriger, in einem Halbfinale und einem Endspiel ins Tor zu treffen als in der Vorrunde. Was anderes kennt Lewandowski aber nicht.

Am Mittwoch wäre also wieder ein Anlass gewesen für ihn, sein „4everGerd“-Shirt unterm Trikot zu tragen und es Europa zu zeigen. Gut, wenn man in der Nachspielzeit ultimativ rausgekegelt wird, ist das Unterhemd nicht der erste Gedanke. 44:44, Ende. 44everGerd. GÜNTER KLEIN

Artikel 1 von 11