München – Alle guten Dinge sind drei? Denkste! Julian Nagelsmann blieb auch in seinem dritten Spiel als Cheftrainer des FC Bayern ohne Sieg. Nach dem 2:3 gegen den 1. FC Köln sowie dem 2:2 gegen Ajax Amsterdam setzte es für den – nach wie vor stark ausgedünnten – FC Bayern gegen die Gladbacher Borussia dank der Treffer von Hannes Wolf und Michael Wentzel eine 0:2-Pleite.
Vor dem ersten Pflichtspiel der Saison, dem Pokalspiel am 6. August gegen den Bremer SV, bleibt Nagelsmann also gerade einmal eine Woche Zeit (zwei bis zum Bundesligastart), um das Gros der Nationalspieler zu integrieren und seinem FCB ein erkennbares Gesicht zu geben, das es gegen die Fohlen – vor allem personalbedingt – erneut nicht zeigen konnte. Die Zeit wird knapp. Sahen auch die wenigen Hartgesottenen unter den 6000 Arena-Besuchern gestern so, die das Ergebnis humorvoll mit Klinsmann-raus-Rufen in Richtung Nagelsmann quittierten.
Der Coach selbst meinte: „Ich hätte natürlich schon gehofft, ein Spiel zu gewinnen – aber noch ist die Vorbereitung ja nicht vorbei. In den Pflichtspielen sind Siege wichtiger, aber es ist ja bekannt, dass ich lieber gewinne als verliere. Und das gilt nicht nur für Pflichtspiele, sondern auch während der Vorbereitung.“
Die wohl positivste Nachricht des gestrigen Tages aus FCB-Sicht war die Rückkehr des ersten EM-Fahrers auf den Rasen der Fröttmaninger Arena. Die Rede ist von Serge Gnabry, der bereits vor seinen Nationalmannschaftskollegen an die Säbener Straße zurückgekehrt war und gegen die Gladbacher die letzten 30 Minuten absolvieren durfte. Die Fans in der Südkurve hatten angesichts des eher zähen Spielverlaufs bereits Mitte der ersten Hälfte die Einwechslung des Stammspielers gefordert – und Nagelsmann gehorchte.
Die übrigen Nationalspieler werden – so hatte es der Trainer bereits angekündigt – am Samstag (16.30 Uhr, RTL) beim letzten Test gegen Neapel erstmals wieder spielen.
Was den Rest der Partie angeht, so konnte Nagelsmann mit Blick auf die immer noch sehr hohe Anzahl an Nachwuchsspielern auf dem Grün wohl nur bedingt Erkenntnisse ziehen. Die Innenverteidigung bildeten erneut Dayot Upamecano und Tanguy Nianzou, als Außenverteidiger fungierten Bouna Sarr und Omar Richards, vorne stürmte Kapitän Eric Maxim Choupo-Moting. Recht viel mehr als einen Freistoß des Kameruners sowie einen zu hohen Abschluss Nianzous brachten die Münchner gegen ebenfalls dezimierte Gladbacher allerdings nicht zusammen.
Es fehlten die Ideen, für die normalerweise das Stammpersonal rund um Joshua Kimmich & Co. sorgt.
Nach Wolfs Treffer brachte Nagelsmann in der 60. Minute zehn neue Feldspieler, darunter Gnabry, dessen Anschlusstreffer nach der Entscheidung durch Wentzel wegen Abseits aberkannt wurde.