Tokio – Torhüter Andreas Wolf feuerte sein Handtuch auf den Boden, Kapitän Uwe Gensheimer zog sich frustriert das Trikot über den Kopf. Nach einer knappen Niederlage gegen Rekordweltmeister Frankreich ist der Einzug der deutschen Handballer ins Viertelfinale der Olympischen Spiele in Tokio gefährdet.
Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason unterlag der cleveren „Equipe Tricolore“ mit 29:30 (13:16) und kassierte in der starken Vorrundengruppe A damit die zweite Niederlage im dritten Spiel. Beste Torschützen im deutschen Team waren Rechtsaußen Timo Kastening mit sieben und der Kieler Steffen Weinhold mit sechs Treffern.
„Es ist langsam zum Kotzen. Wir sind immer ganz knapp dran an den Großen, aber wir kriegen es einfach nicht gedeichselt“, sagte Spielmacher Philipp Weber. „Das zieht sich schon lange Zeit wie ein roter Faden bei uns durch, dass wir die Topspiele nicht gewinnen“, klagte auch Hendrik Pekeler, „auch heute hatten wir wieder die Möglichkeit, das Spiel zu drehen oder ein Unentscheiden zu holen“ – und wieder blieb die Chance ungenutzt.
Durch die Niederlage steht die DHB-Auswahl unter Zugzwang. Nächster Gegner ist am Freitag (14.30 Uhr MESZ) Norwegen (4:2 Punkte), zum Abschluss geht es am Sonntag (12.30 Uhr MESZ) gegen Brasilien.
Gensheimer und Co. verschliefen die Anfangsphase völlig und lagen im ersten Durchgang schon mit sechs Toren zurück. „Ein katastrophaler Start“, schimpfte Weber. Doch vor allem dank der Durchschlagskraft von Weinhold kämpfte sich das deutsche Team heran. Am Ende entschied die individuelle Klasse des zweimaligen Olympiasiegers das Spiel. sid