Hausdings perfekte Spiele: „Wie ein Märchen“

von Redaktion

Deutschlands Fahnenträger holt mit Partner Rüdiger Bronze im Synchronspringen

Tokio – Patrick Hausding schrie seine Freude nach Olympia-Bronze mit Lars Rüdiger lauthals hinaus. In einem packenden Wassersprung-Krimi sicherte sich der Rekordeuropameister zusammen mit seinem Berliner Teamkollegen im letzten Sprung der Konkurrenz noch den dritten Rang und damit sein drittes Edelmetall bei Sommerspielen. Herzlich umarmten sich die beiden nach den quälend langen Sekunden bis zur finalen Wertung, stolz zeigten sie sich später mit ihren Medaillen auf dem Siegerpodest.

„Dass ich in dieser letzten olympischen Saison für mich so viele Meilensteine für mich selber erreiche, kann ich gar nicht in Worte fassen“, sagte der 32-Jährige Hausding im ZDF und nannte neben der Tokio-Medaille auch den EM-Titel. „Alles, was jetzt kommt, ist Zusatz. Natürlich werde ich mich weiter anstrengen. Aber ich bin so was von fröhlich. Dass es als Wasserspringer und Fahnenträger so geklappt hat, ist wie ein Märchen.“

Hausding/Rüdiger hatten am Mittwoch keinen perfekten Wettkampf im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett abgeliefert. Aber sie waren da, als es um die Entscheidung ging. „Ich hätte nicht gedacht, dass es noch zu Bronze reicht“, gab Hausding zu.

Doch als die Konkurrenz, allen voran die Russen Jewgeni Kusnezow/Nikita Schleicher mit einem Null-Punkte-Sprung, Schwächen gezeigt hatten, schlug Hausding mit schon so oft demonstrierter Nervenstärke zu. Rüdiger, der vor Jahren fast schon mit dem Leistungssport aufgehört hätte, beeindruckte als Olympia-Debütant ebenfalls. „Das war Riesendruck – die ersten Spiele“, ächzte der 25-Jährige: „Wir können sehr zufrieden sein.“

Riesengroß war der Jubel im deutschen Springer-Team nach der zweiten Tokio-Medaille. Das glückte zuletzt in Peking 2008. Damals jubelte Hausding im Synchronspringen vom Turm zusammen mit Sascha Klein, in Rio 2016 gewann er Bronze im Kunstspringen vom Drei-Meter-Brett. Seine vierten und letzten Olympischen Spiele gestalten sich perfekt: Erst Fahnenträger, jetzt Medaillengewinner – und eine Chance in der zweiten Olympia-Woche kommt noch.

„Für Patrick ist es jetzt bei seinen vierten Olympischen Spielen die dritte Medaille, das ist eine tolle Bilanz“, sagte Bundestrainer Lutz Buschkow. „Lars hat als Debütant bei seinen ersten Olympischen Spielen gleich eine Medaille geholt, das ist ein super Einstand für ihn.“

Mit 404,73 Punkten betrug der Vorsprung auf Platz vier und Mexiko 4,59 Zähler. Gold ging mit klarem Vorsprung an die Chinesen Wang Zongyuan und Xie Siyi vor Andrew Capobianco/Mike Hixon aus den USA.  dpa

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