Tokio – Mit Christian Reitz, 2016 Olympiasieger mit der Schnellfeuerpistole, hatte auch die letzte Patrone des Deutschen Schützenbundes (DSB) ihr Ziel verfehlt. Mit seiner Paradewaffe musste sich der 34-Jährige am Montag beim Olympiasieg des Franzosen Jean Quiquampoix mit Rang fünf begnügen. „Was soll man machen? Wenn die anderen besser sind, sind die anderen besser“, sagte Reitz, der bis zu den nächsten Sommerspielen in Paris 2024 plant und ein Aufhören ausschließt.
Ohne Medaillen reisen die deutschen Schützen aus Tokio ab, wie 2012 in London. Fünf Jahre nach dem Traumergebnis von Rio (3x Gold, 1x Silber) stellte sich wieder Ernüchterung ein.
Reitz dürfte auch in drei Jahren in Paris noch um die Medaillen schießen. In anderen Bereichen sieht es deutlich düsterer aus. Man habe „ein paar schwache Disziplinen“, sagte Sportdirektor Heiner Gabelmann und nannte etwa den Gewehrbereich der Männer, „wo wir doch deutlich abgehängt sind. Auch die Flintendisziplinen sind insgesamt schwach ausgeprägt in Deutschland.“
In Tokio sorgte Jolyn Beer als Dreistellungs-Sechste in einem von fünf Finals mit deutscher Beteiligung für einen Lichtblick. Reitz war vor einer Woche in seiner Nebendisziplin Luftpistole Fünfter geworden. In einer grundsätzlichen Krise sah er die deutschen Schützen derweil nicht. „Viele Finalteilnahmen, keine Medaillen – das ist jetzt nicht unbedingt gleich eine Krise“, sagte er. sid