Ben Street – der Taximann aus der Busliga

von Redaktion

EHC München verstärkt sich mit einem Kanadier, der Führungsspieler sein soll

München – Neun Importspieler dürfen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) pro Partie aufgestellt werden, der EHC München hat aus der vergangenen Saison nur drei seiner „Ausländer“ übernommen, der Kader wird in diesem Bereich grundrenoviert. Kurz nach Beginn des Eistrainings – am Samstag fand die erste Übungseinheit in der Olympiaeishalle statt – verpflichtete der EHC seinen vierten neuen Legionär für die am 26. August mit der Champions Hockey League und am 9. September mit dem DEL-Match in Berlin beginnende Spielzeit. Nach den US-Amerikanern Jonathan Blum, Austin Ortega und Ben Smith unterschrieb der Kanadier Ben Street einen Vertrag beim Deutschen Meister der Jahre 2016, 17 und 18. Wer ist der Mann, was kann er?

Ben Street (34) ist Mittelstürmer. Davon hat München nicht allzu viele. Patrick Hager und der von den Adlern Mannheim gekommene Ben Smith sind gelernte Center. Mittlerweile führt der EHC auch Maximilian Kastner und Justin Schütz als Mittelstürmer – in ihrer Karriere haben sie aber überwiegend auf den Außenpositionen gespielt.

Ben Street steht für, wie Trainer Don Jackson es ausdrückt, „Leadership“. Der Coach schätzt Spieler, die in der Kabine das Wort ergreifen und deren Autorität sich aus Erlebtem entwickelt. Hilfreich ist es, wenn sie Titel gewonnen haben. Da der EHC in seinen Beständen nur noch sieben Akteure hat, die mit ihm eine Meisterschaft feierten (Aus den Birken, Boyle, Seidenberg, Abeltshauser, Mauer, Hager, Kastner), kauft er den Erfolg jetzt ein. Ben Smith wurde mit Mannheim 2019 Deutscher Meister und ist – viel größer – Stanley-Cup-Champion (Chicago, 2014). Ben Street hat 2017 den Calder Cup hochheben dürfen.

Der ist die Trophäe, die es in der American Hockey League (AHL), der Farmteamliga der NHL, zu gewinnen gibt. Auch wenn der EHC München Street als Zugang „aus der NHL-Organisation der New Jersey Devils“ verkauft – seine Heimat ist die AHL (587 Spiele, in der NHL nur 59). Vergangene Saison wurde Street fünf Mal in die „Taxi Squad“, die Spieltags-Reserve der Devils berufen, nach jeweils einem Tag aber zurückgeschickt in die Busliga, wie die AHL genannt wird, weil in ihr das Reisen nicht sehr luxuriös gestaltet wird. So kam Street 2021 in der verkürzten Saison zu nur 14 Spielen in der AHL. GÜNTER KLEIN

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