Politischer Protest
Der amerikanischen Kugelstoßerin Raven Saunders (Foto: dpa/Francisco Seco) könnte die erste Strafe wegen eines „politischen“ Protests bei einer Siegerehrung drohen. Die 25-Jährige, die am Sonntag Silber gewonnen hatte, kreuzte auf dem Podium ihre über den Kopf erhobenen Arme. Mit der X-Geste habe sie Solidarität für die Rechte unterdrückter Menschen ausdrücken wollen. Das IOC erklärte, den Vorfall zu untersuchen. Sprecher Mark Adams sagte, das IOC stehe in Kontakt zum Leichtathletik-Weltverband WA und zum Nationalen Olympischen Komitee der USA, das allerdings im Vorfeld der Spiele erklärt hatte, die eigenen Sportlerinnen und Sportler bei Protesten nicht zu sanktionieren. Die schwarze Athletin Saunders tritt öffentlich vor allem für die Belange von „PoC“ (People of Color) ein, zudem ist sie für die LGBTQ-Community (lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer) engagiert.
Tamberi und Jacobs
Erst ein geteilter Hochsprung-Triumph, dann ein unerwarteter Sprint-Sieg: Nach zwei Goldmedaillen für Italiens Leichtathleten brach in der Heimat eine Welle der Begeisterung los. Regierungschef Mario Draghi gratulierte dem Gold-Duo Gianmarco Tamberi (Foto: Ina Fassbender/afp) und Lamont Marcell Jacobs am Sonntag per Telefon. Hochspringer Tamberi konnte den Erfolg kaum fassen. „Ich habe Angst, zu schlafen“, schrieb der 29-Jährige auf Instagram. Er wolle aus diesem Traum nicht wieder aufwachen. Er übersprang 2,37 Meter und damit exakt die gleiche Höhe wie Essa Mutaz Barshim aus Katar. Am Ende teilten sich beide den ersten Platz nach Absprache mit dem Kampfgericht. Kurz darauf rannte Azzurri-Sprinter Jacobs zu Gold über 100 Meter. „Italien wird für immer sagen: „Erinnerst du dich an den 1. August 2021?““, schrieb die „Gazzetta dello Sport“ euphorisch. Die „La Repubblica“ schrieb von „Elf Minuten aus dem Märchen“. So dicht lagen die beiden Goldmedaillen beieinander. sid/dpa