Springreiten
Der Weltranglisten-Erste Daniel Deußer (Wiesbaden, Foto: dpa/Friso Gentsch) hat als einziger deutscher Springreiter das olympische Einzelfinale erreicht. Auf der elfjährigen Stute Killer Queen blieb der 39-Jährige in der Qualifikation fehlerfrei – wie 25 weitere Reiter. „Das überrascht schon, dass hier so viele null gegangen sind“, sagte Deußer: „Ich gehe aber mit guter Hoffnung ins Finale.“ Das tun Andre Thieme (Plau am See) und Christian Kukuk (Riesenbeck) nicht. Thiemes Stute Chakaria räumte nach einer Fehlentscheidung ihres Reiters eingangs der dreifachen Kombination eine Stange ab. Kukuk, Bereiter im Stall des viermaligen Olympiasiegers Ludger Beerbaum, kam mit dem Schimmelhengst Mumbai ebenfalls nicht ohne Fehler durch den Parcours. Die größte Überraschung des Tages war das Aus von London-Olympiasieger Steve Guerdat. Der Schweizer, einer der Topfavoriten auf Gold, leistete sich mit Venard de Cerisy einen Abwurf und verpasste aufgrund der schlechteren Zeit einen Platz unter den ersten 30.
Springreiten
Paul Schockemöhle (Foto: dpa/Friso Gentsch) ist auf seine Art ein Rekord-Olympionike. Zum zwölften Mal ist der Pferdehändler aus Mühlen nach eigener Zählung bei Olympischen Spielen. Der 76-Jährige war als Pferdepfleger, als Reiter und zuletzt häufiger als Trainer dabei. In Tokio trägt er wie vor fünf Jahren in Rio de Janeiro eine rote japanische Trainingsjacke und sieht damit deutlich besser aus als in London. 2012 war Schockemöhle Coach der Ukraine, trug einen kunterbunten Anzug und sagte damals: „Ich weiß, ich sehe aus wie ein Papagei.“
Auch Saudi-Arabien und Südkorea hat Schockemöhle schon bei Olympia gecoacht, seit ein paar Jahren nun kümmert er sich um die Japaner. Und am ersten Wettkampftag blieben seine drei Reiter in Tokio ohne Abwurf, nur Eiken Sato hatte einen Zeitfehler.