Meist ein „Qualitätsproblem“

von Redaktion

Deutsche Bilanz der olympischen Teamsportarten – und ihre Perspektiven

2016 in Rio de Janeiro sorgten die deutschen Fußballerinnen und Beachvolleyballerinnen für goldene Momente, auch die Fußballmänner, die Handballer und Hockey-Teams lieferten Edelmetall ab. In Tokio fällt die Bilanz der Mannschaftssportarten bisher schwächer aus.

Basketball: Ein Sieg aus vier Spielen, bei jeder Niederlage hatte der Gegner mindestens zehn Punkte mehr. Doch die Tokio-Qualifikation war für die Mannschaft von Bundestrainer Henrik Rödl ein Erfolg. In Dennis Schröder, Daniel Theis und Maximilian Kleber fehlten gleich drei gestandene NBA-Profis . 2022 findet die Heim-EM in Köln und Berlin statt.

Handball: DHB-Vizepräsident Bob Hanning träumte von Gold, doch nach dem Viertelfinal-Aus gegen Ägypten bleibt nur Frust hängen. Der frühere Weltmeistertrainer Heiner Brand spricht von einem „Qualitätsproblem“. Nach dem historisch schlechten zwölften Platz bei der WM im Januar in Ägypten der nächste Rückschlag.

Hockey: Nach starken Auftritten bei der EM und auch in der Vorrunde mit vier Siegen spielten sich die Hockey-Frauen in den Favoritenkreis. Doch das böse Erwachen folgte im Viertelfinale mit der klaren 0:3-Niederlage gegen Argentinien. Auch die Männer lebten den Traum vom Olympiasieg, mussten sich trotz einer guten Vorstellung im Halbfinale aber Australien geschlagen gehen.

Fußball: Chaotische Mannschaftsfindung, Trainer Stefan Kuntz bekam keine Profis für die Mission Medaille zusammen, der Mannschaft fehlte es folglich an der nötigen Qualität, auch nur die Vorrunde zu überstehen. Die Frauen hatten die Qualifikation verpasst.

Rugby: Auch bei der zweiten Ausgabe der olympischen 7er-Rugby-Turniere waren die deutschen Mannschaften nicht dabei.

Volleyball: Schon 2016 in Rio fanden die Spiele ohne deutsche Beteiligung statt. Die Zeiten, in denen die Nationalmannschaft der Männer intensiven Kontakt zur Weltspitze aufnahm (EM-Dritter 2014, EM-Zweiter 2017) , sind vorbei. Bei den Frauen wartet der Deutsche Volleyball-Verband auf die erste Olympia-Teilnahme seit 2004.

Wasserball: Schon zum dritten Mal in Folge schauten die deutschen Wasserballer bei Olympia nur zu. Bei der Qualifikation im Februar war man chancenlos, verlor alle fünf Gruppenspiele. Der Neuanlauf für Paris 2024 wird nicht leichter, so manch gestandener Nationalspieler springt nicht mehr ins Becken. Ohne Hagen Stamm, der als Bundestrainer nicht mehr zur Verfügung steht, fehlt zudem die Galionsfigur. Dass die deutschen Wasserballer auch nicht für die WM 2022 qualifiziert sind, erschwert den Neustart.  sid

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