OLYMPIA IN KÜRZE

Silber kommt nur in die Hosentasche IOC verurteilt Beleidigungen im TV

von Redaktion

Benjamin Whittaker

Bei der olympischen Siegerehrung nach seinem verlorenen Finale gegen den Kubaner Arlen Lopez wollte sich der Halbschwergewichtsboxer Benjamin Whittaker (Foto: dpa) die Silbermedaille nicht um den Hals hängen. Stattdessen steckte der Brite sie am Mittwoch in Tokio in seine Hosentasche. „Ich habe mich wie ein Versager gefühlt, sodass ich die Silbermedaille zu diesem Zeitpunkt nicht feiern konnte“, nannte er als Grund für sein in dieser Situation sehr ungewöhnliches Verhalten. Die gesamte Zeremonie stand er mit gesenktem Kopf da. „Ich war einfach so verärgert, weil ich das Gold wollte, nicht das Silber.“

Lopez’ Punktsieg zweifelte Whittaker nicht an. „Der richtige Mann hat gewonnen. Ich hatte nicht den richtigen Plan, und er war viel besser, als ich dachte“, sagte er. „Ich wollte nicht respektlos ihm gegenüber sein. Es ist sein Moment, und ich will ihm nicht den Glanz nehmen.“

Kritik an Russland

Das Internationale Olympische Komitee hat die Anfeindungen und Beleidigungen von homosexuellen und transgeschlechtlichen Sportlerinnen und Sportlern im russischen Staatsfernsehen verurteilt. „Diskriminierung hat bei den Olympischen Spielen absolut nichts zu suchen“, sagte ein IOC-Sprecher. „Wir werden die Angelegenheit entsprechend weiterverfolgen und haben mit unserem Vertragspartner in Russland Kontakt aufgenommen, um uns Klarheit über die Situation zu verschaffen und die Grundprinzipien der olympischen Charta zu unterstreichen.“

In einer Talkshow hatte der Duma-Abgeordnete Alexej Schurawljow über den schwulen Turmspringer Tom Daley (Foto: dpa) gesagt: „Wir stehen entschlossen gegen diese ganze Plumpheit und diese Perversion. Wir sind gegen diese Abscheulichkeit.“ In einem anderen Format trat ein Moderator mit Zöpfchen-Perücke auf, um die Transgender-Gewichtheberin Laurel Hubbard nachzuäffen.

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