Goldenes Teamwork

von Redaktion

Am Schlusswochenende räumen die USA und Frankreich in den Ballsportarten ab

Tokio – Am letzten Olympia-Wochenende geht es traditionsgemäß noch einmal Schlag auf Schlag, speziell in den Mannschaftssportarten: Ein Finale nach dem anderen steht auf dem Plan, bei den Tokio-Spielen mit zwei klaren Siegern. Vier Team-Goldmedaillen gingen an die US-Delegation, drei nach Frankreich, das damit Deutschland im Medaillenspiegel noch abhängte. Unsere Übersicht (in alphabetischer Reihenfolge):

Baseball: Japan hat zum ersten Mal Olympia-Gold im Baseball gewonnen. Im Finale besiegten die Gastgeber bei der Rückkehr der Sportart ins Programm der Sommerspiele die USA mit 2:0. Die Amerikaner, ohne Profis aus der Major League Baseball (MLB) angetreten, haben bislang nur 2000 in Sydney gewonnen.

Basketball: Einen Tag nach den Männern hat auch die Frauen-Auswahl der USA ihren Ausnahmestatus im Basketball bestätigt. Die Favoritinnen aus Übersee besiegten im Finale Gastgeber Japan souverän mit 90:75 (50:39). Erfolgreichste Werferin am Sonntag war Brittney Griner mit 30 Punkten. Es war der siebte Olympia-Titel in Serie für die US-Basketballerinnen und ihr neunter insgesamt. Am Samstag hatten bereits die US-Männer um NBA-Star Kevin Durant durch einen 87:82 (44:39)-Sieg über Frankreich Olympia-Gold gewonnen: zum 16. Mal insgesamt und zum vierten Mal in Folge. Durant, der bereits sein drittes Gold errang, war auch im Endspiel mit 29 Punkten der überragende Akteur. Der Weltverband FIBA feierte ihn für seine Heldentaten als „Captain Amercia“.

Fußball: Brasiliens Fußballer haben ihre Goldmedaille von den Heim-Spielen 2016 in Rio erfolgreich verteidigt. Der Vorrundengegner der DFB-Auswahl kämpfte Spanien in einem dramatischen Finale nieder und siegte mit 2:1 (1:1, 1:0) nach Verlängerung. Das entscheidende Tor in der Hitzeschlacht gelang Einwechselstürmer Malcom in der 108. Minute. Matheus Cunha von Hertha BSC hatte nach einem Missverständnis in Spaniens Abwehr zur Führung getroffen (45.+2) und zuvor bereits einen Foulelfmeter rausgeholt, den Toptorjäger Richarlison über die Latte drosch (38.). Die Spanier mit dem Leipziger Dani Olmo versteckten sich aber zu keiner Zeit und kamen nach einem Bilderbuch-Angriff durch einen Volleyschuss von Mikel Oyarzabals zum 1:1 (61.). Danach hatte Brasilien zweimal großes Glück: Bryan Gil scheiterte in der 85. und 88. Minute jeweils an der Latte. Olympia-Gold bei den Frauen hatte bereits am Freitag Kanada geholt (3:2 im Elfmeterschießen gegen Schweden).

Handball: Frankreichs Handballfrauen feierten am Abschlusstag ihr erstes Olympia-Gold (30:25 im Finale gegen das Team des Russischen Olympischen Komitees). Bereits am Samstag hatten ihre männlichen Kollegen im Finale gegen Rio-Olympiasieger Dänemark triumphiert (25:23). Durch den Erfolg der Handballerinnen zog Frankreich in der Medaillenwertung an der deutschen Olympia-Delegation vorbei und ist Achter. Nach einer ausgelassenen Gold-Party im Teambus genehmigte sich Nikola Karabatic erst mal ein „Cheat Meal“. Mit Sushi, Pizza und Bier belohnte sich der „König der Handballer“ für den nächsten Meilenstein seiner großen Karriere. „Dreimal Olympiasieger, vier Medaillen, das ist verrückt“, sagte Karabatic, „das klingt nach einem Schwimmrekord“. Mit Tränen in den Augen hatte der 37 Jahre alte Dauerbrenner des Welthandballs die Goldmedaille entgegen genommen. „Ich bin so stolz auf diese Mannschaft“, sagte Karabatic – und ein bisschen stolz auf sich, das sei er auch. Volleyball: Frankreichs Volleyballer sind erstmals Olympiasieger. Das Team um Star-Angreifer Earvin N’Gapeth setzte sich im Finale mit 3:2 (25:23, 25:17, 21:25, 21:25, 15:12) gegen die Auswahl des Russischen Olympischen Komitees durch. Dem überragenden N’Gapeth gelangen dabei 26 Punkte. Feiern dürfen auch die US-Volleyballerinnen, die sich bei ihrer vierten Finalteilnahme erstmals Olympia-Gold sichern konnten. Die Weltranglistenersten bezwangen den Peking- und London-Sieger Brasilien mit 3:0 (25:21, 25:20, 25:14).

Wasserball: Die serbischen Wasserballer haben die letzte Goldmedaille der Tokio-Spiele gewonnen und wie 2016 in Rio ihre Dominanz unterstrichen. Das Team von Trainer Dejan Savic besiegte Griechenland im Finale am Sonntag mit 13:10. Auch die Wasserballerinnen aus den USA bleiben das Maß aller Dinge. In Tokio machten die US-Frauen gegen Spanien ihren Gold-Hattrick perfekt. ulk

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