Der Hammer der Rasta-Rakete

von Redaktion

Serge Gnabry beweist einmal mehr seine exzellente Schusstechnik

München – Unter der Woche stattete Serge Gnabry (26) dem Friseur seines Vertrauens einen Besuch ab. Der Offensivspieler ließ sich seine wuschelige Haarpracht zu feinen Zöpfchen flechten – und düste als Rasta-Rakete mit eingebauter Tor-Garantie beim 3:2 (0:0) gegen den 1. FC Köln über das Feld. Gnabry war es, der dem deutschen Rekordmeister mit seinem Doppelpack (59./71. Minute) den ersten Bundesliga-Sieg unter Neu-Trainer Julian Nagelsmann bescherte.

Den Führungstreffer hatte Robert Lewandowski nach 50 Minuten erzielt. Den zweiten Streich setzte Gnabry: Thomas Müller flankte scharf von rechts in den Kölner Strafraum, wo der 26-Jährige aus kurzer Distanz nur noch den Fuß hinhalten musste. Beim Siegtreffer zum 3:2-Endstand macht Gnabry kurzen Prozess, indem er nach einer Kopfball-Vorlage von Joshua Kimmich den Hammer auspackte und den Ball aus 15 Metern über Köln-Keeper Timo Horn hinweg ins Tor donnerte. Im Supercup gegen Dortmund hatte Gnabry ähnliche Möglichkeiten aus aussichtsreicher Position, doch damals war in seinem Abschluss in Sachen Präzision noch Luft nach oben.

„Serge hat einen unglaublich guten Abschluss und im Training schon viele Tore auf diese Weise erzielt. Demnach ist es gut, dass er sich das zutraut und seine Schusstechnik auch zeigt“, lobte Cheftrainer Nagelsmann seinen Spieler, den er schon aus gemeinsamen Zeiten bei der TSG Hoffenheim kennt.

„Die Arbeit mit Julian macht uns sehr viel Spaß. Wir lernen viel dazu und hoffentlich steigern wir uns noch weiter“, gab der Doppelpacker das Lob zurück. In seiner Bundesliga-Karriere war es für Gnabry bereits der achte Doppelpack – vier davon erzielte er gegen den 1. FC Köln. Damit scheint er endgültig seinen Lieblingsgegner gefunden zu haben. „Das war mir gar nicht so bewusst“, gab der 26-jährige Offensivspieler bei DAZN zu und fügte schmunzelnd an: „Der Gegner scheint mir irgendwie zu liegen.“

Trotz aller Freude über seine Leistungsexplosion schlug der zweifache Torschütze auch kritische Töne an: „In der ersten Halbzeit hatten wir viele Umschaltsituationen, die wir nicht gut zu Ende gespielt haben. Das hat uns Probleme bereitet, weil wir in Konter gelaufen sind.“ In der zweiten Hälfte habe die Mannschaft dann versucht, etwas mehr auf Ballbesitz und strukturierter zu spielen: „Es war ziemlich unnötig, dass wir nach der Führung so leichte Gegentore kassieren. Wenn wir das verhindern, haben wir hinten raus ein leichteres Spiel.“  bok

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