München – „Jamal hat offensiv ein herausragendes Spiel gemacht. Er hat seine Eins-gegen-Eins-Qualitäten, die bekannt sind, mal wieder gezeigt.“ Dieses Lob von Bayern-Cheftrainer Julian Nagelsmann hatte sich Youngster Jamal Musiala (18) redlich verdient. Der Offensiv-Dribbler war nach seiner Halbzeit-Einwechslung gerade einmal fünf Minuten auf dem Platz, als er auf der linken Seite ein Dribbling startete, sich bis zur Grundlinie durchsetzte und dann mit mustergültiger Präzision den Ball zu Robert Lewandowski spielte. Der Weltfußballer musste nur noch seinen Fuß zur 1:0-Führung hinhalten.
Da war er wieder, dieser magische Musiala-Moment, mit dem er sich in den vergangenen zwölf Monaten in die Herzen der Fans und seiner Mitspieler gespielt hat. Wie groß die Wertschätzung der etablierten Bayern-Stars für den Jungspund mit dem Spitznamen „Bambi“ ist, zeigte sich bereits bei der EM. Da machten sich Kapitän Manuel Neuer, Joshua Kimmich und Leon Goretzka beim damaligen Bundestrainer Joachim Löw dafür stark, dass der Youngster nach zwei Nicht-Nominierungen wenigstens im letzten Gruppenspiel gegen Ungarn einen Bankplatz erhält. Der Coach hörte auf seine Führungsspieler und wechselte Musiala in der brenzligen Phase gegen Ungarn ein. Auch da glänzte er als Dribbler und leitete so den Angriff zum 2:2-Endstand durch Goretzka mit ein.
Musiala hat sich für diese Saison vorgenommen, mehr als nur ein Edeljoker für den FC Bayern zu sein. Der Deutsch-Engländer möchte den nächsten Schritt gehen und sich als Stammspieler empfehlen. Dafür arbeitet er in den eigenen vier Wänden mit Neuroathletik-Training unter anderem an seiner Handlungsschnelligkeit. Musiala will bei seinem ersten Kontakt noch besser werden, um so für noch mehr Raumgewinn bei der Ballannahme zu sorgen. Der Köln-Auftritt war ein guter Schritt in Richtung Stammspieler. bok