Plowdiw – Es geht auf und ab, mal vor, dann wieder zurück. Felix Koslowski weiß, dass sich das bald ändern muss. „Jetzt haben wir nochmal einen Tag frei. Den werden wir effektiv nutzen“, sagte der Bundestrainer trotz aller Zufriedenheit in Plowdiw. Zwar sind die Volleyballerinnen bei der EM voll im Soll, es fehlt aber noch an Rhythmus und Konstanz, um mehr als das Minimalziel zu erreichen.
Mit zwei Siegen aus drei Spielen ist die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) Dritter in der Vorrundengruppe B. Vier Teams kommen ins Achtelfinale, und die Duelle mit den schwierigsten Gegnern Polen (1:3), Tschechien (3:1) sowie Bulgarien (3:2) sind schon durch. Das Weiterkommen ist fast sicher, nun gilt es, gegen die Kleinen aus Griechenland und Spanien Tabellenplatz zwei zu sichern und den starken Niederländerinnen und Türkinnen im Achtelfinale aus dem Weg zu gehen
Die ausgezeichnete Ausgangslage ist dem schwer erkämpften Sieg über Gastgeber Bulgarien zu verdanken. „Das war wahrscheinlich das beste Spiel, was wir diesen Sommer absolviert haben“, sagte Koslowski. Seine Mannschaft habe sich „super in dieses Spiel reingearbeitet“.
Beste Angreiferin war Louisa Lippmann (18 Punkte), die Rückkehrerin schraubte ihre Angriffsquote auf 41 Prozent hoch. In den ersten beiden Begegnungen hatte die 26-Jährige, die zuletzt eine Pause im Nationalteam eingelegt hatte, noch bei etwas über 30 Prozent gelegen. Ein Grund für die Steigerung war das bessere Verständnis mit Zuspielerin Denise Imoudu – EM-Debütantin.
Das war nötig, weil es hier und da weiter knirschte. So gingen im zweiten Satz Linie und Ordnung verloren. Doch die Richtung stimmt – so, wie es in einem Turnier sein soll. „Wir hatten im Gegensatz zu den ersten beiden Spielen unsere Phasen ein bisschen besser im Griff“, sagte Kapitänin Jennifer Janiska. Sie meint damit die immer wiederkehrenden Schwächeperioden.
Koslowski warnte vor den Aufgaben gegen Schlusslicht Griechenland am Dienstag und Spanien am Mittwoch (je 16.30 Uhr/Sport1). „Das sind mit Sicherheit noch mal zwei große Herausforderungen für uns“, sagte der 37-Jährige. Denn die Teams hätten „natürlich gegen uns nichts zu verlieren“. sid