Berlin – Rote Party im „Wohnzimmer“ der Blauen: Union Berlin hat ausgerechnet in der Hertha-Heimstädte Olympiastadion den größten internationalen Erfolg der Clubgeschichte perfekt gemacht. Den Eisernen reichte im Play-off-Rückspiel gegen den finnischen Pokalsieger Kuopion PS ein 0:0, um sich nach dem 4:0-Auswärtssieg vor einer Woche für die Gruppenphase der neuen Conference League zu qualifizieren.
Während das Spiel auf dem Rasen größtenteils unspektakulär blieb, sorgten die 22 159 Union-Fans auf den Rängen für reichlich Europacup-Flair. Auf welche Gegner die Köpenicker ab Mitte September in der Gruppenphase treffen, ergibt die Auslosung am Freitag (13.30 Uhr/MESZ) in Istanbul.
Union hatte für sein „Sch(l)üsselspiel“ das Olympiastadion in Rot-Weiß getaucht. Die Arena erleuchtete in den Vereinsfarben, Union-Fahnen wurden auf dem Dach gehisst, rote Fan-Shirts an alle Besucher verteilt und sogar die berühmte blaue Tartanbahn abgedeckt.
Trotz des beruhigenden Vorsprungs verzichtete Trainer Urs Fischer auf eine große Rotation, von den unumstrittenen Stammspielern erhielt einzig Torjäger Max Kruse eine Pause. Damit war auch das zuletzt so prächtig harmonierende Sturm-Duo Kruse/Taiwo Awoniyi gesprengt. Doch der Nigerianer war mit seiner Wucht und Schnelligkeit auch alleine ein ständiger Unruheherd in der Abwehr der Gäste. Das lag auch an den Berlinern, die bewusst auf Ballbesitz setzten und um Spielkontrolle bemüht waren. Union hatte unter anderem durch Awoniyi (8. und 44.), Robin Knoche (14.), Tymoteusz Puchacz (61.) und Cedric Teuchert (74.) die besseren Chancen. sid