München – Als Eric Maxim Choupo-Moting (32) im Weserstadion den Rasen verließ, wurde er von den Bayern-Fans lautstark gefeiert. Kein Wunder. Beim 12:0 am Mittwochabend im Erstrundenspiel des DFB-Pokals gegen den Bremer SV erzielte der Stürmer vier Tore – so viele wie noch nie während seiner Profikarriere. Zudem bereitete er drei Treffer im Duell mit dem Fünftligisten vor. Besser konnte er seinen Job als Ersatzmann für Weltfußballer Robert Lewandowski (33), der geschont wurde, nicht erfüllen. Auch in Sachen Defensivarbeit.
„Choupo hat das super gemacht, super verteidigt“, lobte Trainer Julian Nagelsmann (34). „Dass ein Spieler mit Ball immer etwas machen will, ist für mich klar. Aber dass er so gut verteidigt, das rechne ich ihm hoch an. Ich finde es immer sehr lobenswert, wenn einer mit dem Status, den er schon hat – er ist ein erfahrener Bundesligaspieler, er hat bei Paris gespielt und jetzt bei Bayern –, so Gas gibt.“
Seit 2020 ist der kamerunische Nationalspieler beim FC Bayern und hat bewiesen, dass er der ideale Ersatz für Wunderstürmer Lewandowski ist. Auf Choupo-Moting ist Verlass. Er bringt Leistung, wenn er gebraucht wird. Für Bayern erzielte Choupo-Moting in 36 Spielen 13 Treffer. Im Schnitt trifft er alle 110 Minuten für die Münchner. Eine Top-Quote. Zum Vergleich: Lewandowski darf alle 94 Minuten als Bayern-Spieler über eines seiner vielen Tore jubeln.
„Sportlich ist er einer, den wir immer reinwerfen können“, sagte Joshua Kimmich (25) über Mister Zuverlässig. Fast genauso wichtig: Choupo-Moting motzt nicht, wenn er auf der Bank Platz nehmen muss. Kimmich dazu: „In der Kabine ist er superwichtig.“ Spieler und Verein wissen, was sie aneinander haben. Auch deshalb haben die Verantwortlichen des FC Bayern im Juni seinen ursprünglich im Sommer auslaufenden Vertrag bis 2023 verlängert. „Ich fühle mich sehr wohl hier und bin happy, beim FC Bayern zu spielen“, betont der Gute-Laune-Mensch. „Ich glaube, das gilt für beide Seiten: Die Bayern sind auch happy. Wir haben zueinander gefunden.“
Auch die bisherige Zusammenarbeit mit Nagelsmann taugt Choupo-Moting. Der gebürtige Hamburger sieht sogar Parallelen zwischen dem Landsberger und seinem ehemaligen PSG-Trainer Thomas Tuchel (47/jetzt Chelsea). „Sie sind beide sehr, sehr akribisch. Fast schon perfektionistisch. Sie arbeiten mit allen Details, wollen ihre Mannschaft aufs nächste Level führen und können das definitiv auch“, so Choupo-Moting. „Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Thomas Tuchel gemacht und aus der Ferne gesehen, was Julian Nagelsmann geleistet hat, was auch sehr beeindruckend ist. Und jetzt macht es auch sehr viel Spaß, man hat bereits sehr viele neue Sachen im Training gesehen und das ist sehr positiv.“ PHILIPP KESSLER, MANUEL BONKE