Corona stoppt die Löwen

von Redaktion

Wegen etlicher positiver Fälle bei Mannheim stimmt der DFB Spielverlegung zu

VON LUDWIG KRAMMER

München/Mannheim – Absage? Oder doch eine Austragung wie geplant? Um Punkt 12 Uhr herrschte am Freitag Gewissheit. Der DFB gab dem Antrag des SV Waldhof Mannheim auf Verlegung des Spiels beim TSV 1860 statt. Laut Mitteilung des Verbands hätten es die Kurpfälzer nach einem Corona-Ausbruch von Ende vergangener Woche und entsprechenden Quarantäne-Maßnahmen nicht geschafft, die Mindestzahl von 16 Profis an den Start zu bringen. Es ist die dritte pandemiebedingte Absage der laufenden Saison in der 3. Liga. An den ersten beiden Spieltagen mussten die Partien des MSV Duisburg in Osnabrück und gegen Havelse wegen einer Teamquarantäne für den MSV verlegt werden.

Ein Nachholtermin für die Löwen-Partie steht noch nicht fest, denkbar ist eine Austragung am nächsten Länderspiel-Wochenende (13./14. November). Für die kommende Woche wird mit einer Entscheidung gerechnet. „Wir müssen die Spielabsage so zur Kenntnis nehmen. Es ist für beide Vereine unangenehm, nicht im Spielrhythmus zu bleiben“, sagte 1860-Sportgeschäftsführer Günther Gorenzel. „In erster Linie hoffe ich, dass es den betroffenen Spielern gut- geht und sie einen milden Krankheitsverlauf haben. Letztendlich stehen alle Beteiligten in der Verantwortung, alles zu unternehmen, um einen fairen Ablauf der Meisterschaft in Zeiten einer Pandemie nach Ausschöpfung aller Möglichkeit zu gewährleisten.“

Internes Testspiel auf dem Trainingsgelände Die Löwen werden am heutigen Samstag um 11 Uhr ein internes Testspiel auf dem Trainingsgelände absolvieren. Der Eintritt ist frei, die Anzahl an Besuchern aufgrund der örtlichen Gegebenheiten begrenzt.

Spannung herrscht bei den Sechzigern auch ohne Spiel. Die Aussagen, die Sportchef Gorenzel am Donnerstagabend beim 1860-Stammtisch im Münchner Landtag gegenüber Sechzig-affinen Politikern tätigte (wir berichteten), wurden durch die Bank als dezentes Abrücken von Trainer Michael Köllner interpretiert. Auf die Reporter-Frage nach einer Jobgarantie für den Coach sagte Gorenzel: „Du musst im Fußball bei allen Prozessen sehr wachsam sein. Fußball ist ein Wochengeschäft. Ich weiß, dass wir einen sehr guten Trainer haben. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“

Bei allem Verständnis für die Verunsicherung der Spieler machte Gorenzel unmissverständlich klar, dass die Zeit der Alibis vorbei sei. Der „Spirit von Buchbach“, wo die Löwen im Totopokal- Viertelfinale nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit aus zwei Rückständen ein 3:2 machten, sei „ab sofort die Messlatte. „Jeder Spieler muss erkennen, dass er ans Limit gehen muss – von der ersten bis zur letzten Minute“, so Gorenzel. „Erst wenn ich dieses Gefühl nicht mehr habe, werden wir andere Maßnahmen ergreifen. Du musst Gegenwind in Rückenwind umwandeln.“ Bevor die Luft raus ist in Giesing.

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