Herrsching – Unter dem Motto „Dahoam im Dome“ schlagen die Bundesliga-Volleyballer der WWK Volleys Herrsching ein neues Kapitel ihrer Geschichte auf. Mit 563 Tagen Verzögerung steigt am Samstag, 17.30 Uhr, die Heimpremiere im Münchner Audi Dome. Die Mannschaft von Cheftrainer Max Hauser empfängt die SVG Lüneburg. Während die Gäste in Bälde eine komplett neue Multifunktions-Arena beziehen wird, mieten sich die Herrschinger Volleyballer bei den Bayern-Basketballern ein. Ursprünglich war das Debüt für den 1. April 2020 geplant gewesen, doch dann machte die Corona-Pandemie den Herrschingern einen Strich durch die Rechnung. Nun ist es aber endlich so weit. Wir sprachen mit WWK Volleys-Cheftrainer Max Hauser.
Herr Hauser, wie groß ist die Vorfreude auf das erste Spiel im Audi Dome?
Die Vorfreude ist riesengroß. Vor allem auch auf die Fans. Die haben wir schon vermisst. Die Nähe zu den Fans ist uns abgegangen und ist schon irgendwie das Salz in der Suppe. Heuer wird die Suppe wieder besser schmecken. Wobei ich im Vorfeld noch etwas im Stress bin. Ich bin mit der Spielvorbereitung und Gegneranalyse beschäftigt. So richtig freue ich mich erst danach.
Wie liefen die letzten Tage vor der Premiere?
Es gibt und gab noch viel zu tun. Die letzten Werbebanden und LED-Banden mussten noch zum Audi Dome gefahren werden, das Ticketing, die Medienanfragen. Überhaupt: Der logistische Aufwand ist deutlich höher. Der Aufbau der Halle wird vom Service-Team des FC Bayern Basketball vorgenommen.
Hatten Sie Gelegenheit, die Spielstätte kennenzulernen?
Nicht wirklich. Das Spielfeld wird am Freitag aufgebaut. Am Samstagvormittag ist dann eine kurze Trainingseinheit angesetzt.
Wie ist die Stimmung bei der Mannschaft?
Die Jungs freuen sich alle auf das erste Spiel. Leider waren einige unter der Woche etwas gesundheitlich angeschlagen. Bis Samstag sind aber alle soweit wieder fit.
Können die WWK Volleys Herrsching das Volleyball-Fieber der Münchner Bevölkerung wecken?
Im Grunde bin ich schon optimistisch. München ist eine der Städte, wo Volleyball am besten funktionieren kann. Nirgendwo gibt es so viele Volleyballer wie in und um München.
Auf wie viele Zuschauer hoffen Sie bei den Spielen im Audi Dome?
Das ist schwer einzuschätzen. Wenn wir in der Saison die 2000er-Marke knacken, wäre das ein Riesenerfolg. Aktuell ist es nicht so einfach, die Leute in die Hallen zu locken. Dieses Problem sieht man auch in anderen Sportarten. Ich hoffe jedenfalls gegen Lüneburg auf viele Zuschauer.
Wie optimal ist der Spielbeginn um 17.30 Uhr?
Nicht so optimal, da am Nachmittag die unterklassigen Volleyballer zumeist selbst noch spielen. Wir können uns die Ansetzung leider nicht frei auswählen. Aber dafür ist es ein guter Termin für Familien, da es nicht so spät ist.
Gegner Lüneburg bezieht in wenigen Wochen eine neue Arena. Sind Sie traurig, dass es mit einer Spielstätte in Herrsching bzw. Umgebung nicht geklappt hat?
Die Voraussetzungen waren relativ gleich. Sie haben es mithilfe der Politik geschafft. Leider hat es bei uns nicht funktioniert. Umso glücklicher sind wir aber, dass wir nun den Weg in den Audi Dome gefunden haben.
Wie waren die Reaktionen in Herrsching?
Die Leute, mit denen ich gesprochen habe, finden es natürlich schade, dass wir weggehen. Unsere zweite Mannschaft peilt heuer den Aufstieg in die 2. Liga an. Es wird somit weiterhin hochklassiger Volleyball in Herrsching zu sehen sein.
Sie sind ein Vereins-Urgestein, neben Lüneburgs Trainer Stefan Hübner der dienstälteste Trainer der Liga. Ihr Ziel ist es, eines Tages Deutscher Meister zu werden. Als limitierenden Faktor hatten Sie stets eine brauchbare Spielstätte benannt. Jetzt ist sie da.
Der Audi Dome könnte der Faktor sein. Mit steigenden Zuschauerzahlen würde man auch neue Sponsoren locken. Was dann wiederum dazu führen würde, dass man noch bessere Spieler holen könnte. Mit mehr Fans und mehr Sponsoren kann es klappen.
Gegen Lüneburg waren es in der Vergangenheit immer heiße Duelle. Was ist diesmal drin?
Das wird auch diesmal alles andere als einfach.
Interview: Dirk Schiffner