EHC verliert bei „Münchens wahrer Liebe“

von Redaktion

Mit „kurzer Bank“ als Folge des Zug-Spiels 4:5 nach Verlängerung im Derby in Augsburg

VON GÜNTER KLEIN

Augsburg – Geisterspiele waren vorige Saison, nun gibt es wieder Begeistert-Spiele. Die ewigen Rivalen Augsburg und München lieferten sich ein vom Publikum zu höchster Emotion getriebenes Derby, das erst nach Verlängerung entschieden wurde. Die Schwaben gewannen 5:4, München blieb nur ein Punkt – und die Schmach, sich das Lieblingslied des Gegners anhören zu müssen: Münchens wahre Liebe – AEV.“ Wird gesungen seit dem legendären Playoff-Halbfinale 2019.

Auf alle Fälle war das Freitagspiel in Augsburg ein historisches Ereignis: das Match mit der höchsten Stadionauslastung seit Beginn der Corona-Pandemie. In den meisten Bundesländern sind die Vorgaben noch restriktiv, Bayern erlaubt für 2G- und 3G-plus-Veranstaltungen Vollbelegung ohne Maske, Abstand und mit Alkoholausschank. Eishockey, wie es immer war, 6179 Plätze waren zu vergeben, 5673 wurden beim Geimpften- und PCR-Getesteten-Treffen im Curt-Frenzel-Stadion belegt. Über 90 Prozent. „Herrlich“, sagte der Panther-Kanadier Matt Puempel, als er auf die Ränge blickte. Mittendrin im Fan-Getümmel: Augsburgs Kanuslalom-Star Sideris Tasiadis (Silber London 2012, Bronze Tokio 2021), der am Samstag Hochzeitstermin hat und beim Eishockey seinen Junggesellenabschied feierte.

Das Champions-League-Spiel in Zug in der Schweiz hatte tiefe Schneisen in den Kader des EHC geschlagen. Der Preis für das imposante 6:1 waren diverse Verletzungen, dazu einige Erkrankungen, zudem verordnete Trainer Don Jackson einigen älteren Spielern ein Schonprogramm. So fehlten im Line-Up des EHC neben dem eine Gehirnerschütterung auskurierenden Ben Smith folgende Akteure: Aus den Birken (Tor), Seidenberg, Daubner, Appendino (Abwehr), Kastner, Ehliz, Tiffels, Schütz. Mit dem nachnominierten Jung-Verteidiger Szuber brachte Jackson gerade drei Blöcke zusammen, den dritten Sturm bildeten die Junioren Varejcka, Eckl und Lindner. Ab der 28. Minute war nach einem Augsburger Foul auch Bastian Eckl nicht mehr dabei. Im Tor stand Daniel Fießinger, der in seiner Karriere unangenehme Augsburg-Erfahrungen sammeln musste.

Und wieder erlebte er ein dramatisches Spiel. Die Panther kamen entschlossen aufs Eis und gingen im Überzahlspiel in Führung (Puempel/9.). Doch der EHC agierte trotz seiner personellen Probleme bestimmend und kam aus kritischen Phasen zurück. Philip Gogulla gelang der erste Ausgleich (12.), und er war daran beteiligt, dass der EHC einen 1:3-Rückstand (Trevelyan, 23., Valentine, 25.) in ene 4:3-Führung umwandelte. Schlüsselszene: Das Foul von AEV-Verteidiger Valentine an Eckl (29.) wurde von den Schiedsrichtern einer Videosichtung unterzogen, und weil’s fies war, gab es dafür eine Matchstrafe und fünf Minuten Münchner Powerplay. Blum (noch bei numerischer Gleichzahl), Parkes und Redmond schossen die EHC-Tore im zweiten Durchgang.

Und es war noch Action übrig: Der EHC überstand vier Minuten Unterzahl nach Redmond-Ausraster, fing sich dann aber nach einem Parkes-Blackout das 4:4 (45./Magnus Eisenmenger). Augsburg mit mehr Energy im Drink, der EHC spürte die Umstände der „kurzen Bank“. Verlängerung – und nach 1:50 Minuten die Entscheidung für Augsburg durch Saponari.

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