München – Viel Zeit hatte Bayern-Cheftrainer Julian Nagelsmann (34) nicht, um seine Mannschaft auf das anstehende Bundesliga-Spitzenspiel am Sonntag bei Bayer Leverkusen (15.30 Uhr, DAZN) vorzubereiten. Am Freitag stand die erste gemeinsame Einheit nach der Länderspielpause an, ein weiteres Training ist für diesen Samstag vorgesehen. Reicht das, um die punktgleichen Leverkusener in der Tabelle auf Distanz zu halten – oder werden die Münchner am Ende vom Spitzenplatz gestoßen? Fünf Fragen zum Liga-Gipfel.
Stehen die beiden Überflieger Jamal Musiala (18) und Florian Wirtz (18) in den Anfangsformationen?
Unwahrscheinlich. Zwar ist Wirtz in Leverkusen in der Startelf gesetzt, doch Musiala muss beim FCB (noch) um einen Stammplatz kämpen. Nagelsmann bestätigte am Freitag indirekt, dass Musiala von der Bank starten wird: „Er kann von der Bank für frischen Wind sorgen. Im Eins-gegen-eins kann er das für uns sehr geschickt lösen. Wenn er mit der nötigen Frische reinkommt, hat das auch einen Impact für uns. Über kurz oder lang wird er sich durchsetzen und mehr Spielzeit kriegen.“ Obwohl sich Musiala noch hinten anstellen muss, sieht der Bayern-Trainer in ihm und Wirtz die deutsche Fußball-Zukunft: „Sie spielen beide sehr unbekümmert, übertragen eine Bolzplatz-Mentalität auf den Rasen, gehen ins Dribbling.“
Wie versucht Robert Lewandowski, seine Mini-Torflaute (vier Pflichtspiele ohne Treffer) zu beenden?
Mit Extra-Training! Nach der Einheit am Freitag legte der Pole eine Sonderschicht ein. Erst absolvierte er Sprints an einer Zugmaschine, danach arbeitete er an seiner Reaktionsschnelligkeit und seinem Torabschluss. Trainer Nagelsmann rechnet damit, dass der Superstürmer seine Ladehemmung am Sonntag ablegen wird: „Manchmal hat man einfach weniger Abschlusssituationen als Stürmer, wenn es sehr eng ist und wir nicht jeden Ball auf ihn spielen können. Dann trifft selbst Robert mal ein paar Spiele nicht. Ich gehe davon aus – und das habe ich ihm auch gesagt –, dass er am Sonntag wieder treffen wird.“
Wer ersetzt den rot-gesperrten Benjamin Pavard als Rechtsverteidiger?
Wie schon bei der 1:2-Pleite gegen Frankfurt wird wohl Niklas Süle (26) den Part des Rechtsverteidigers übernehmen, auch wenn Nagelsmann in seiner Auflistung explizit die Namen von Josip Stanisic (21), Tanguy Nianzou (19) und Bouna Sarr (29) nannte: „Das Personal kennt ihr ja, aus den genannten Spielern werde ich auswählen müssen. Gegen Frankfurt mussten wir auch ohne Benji (Pavard, die Red.) spielen.“
Welche Lehren hat Nagelsmann aus der Frankfurt-Pleite gezogen?
Dass noch viel Arbeit in Sachen Positionierung vor ihm und seiner Mannschaft liegt. „Es geht um die Positionen im Offensivfußball, wie man gestaffelt ist im Falle eines Ballverlustes. Den Gegner daran hindern, tief spielen zu können, dann den Ball zurückholen, als Notlösung ein taktisches Foul“, sagt Nagelsmann: „Mit Ball braucht es ein gutes Aktivitätsniveau, dann wirst du auch ohne Ball ihn wieder schnell zurückkriegen. Daran arbeiten wir.“
Was erwartet die Bayern in Leverkusen?
Die Münchner rechnen mit aggressivem Pressing und einer disziplinierten Restverteidigung der Gastgeber. Bayers größtes Pfund sind ihre schnellen Spieler. Nagelsmann: „Es sind fünf Spieler, die über 35 Stundenkilometer laufen. Die Gang ist nicht so langsam.“