Augsburg/München – Der EHC München spielte am Freitagabend in Augsburg. Es war der Tag, an dem im Eisstadion die Maskenpflicht fiel, weil das 3Gplus-Konzept galt. Patrick Dallaire, der Torwarttrainer des EHC, der die Partie von der Pressetribüne aus verfolgte, um seinen Chef Don Jackson mit dem Blick aufs große Ganze zu versorgen, trug indes FFP2-Mundnasenschutz. Ebenso Jackson selbst, als er sich zur in Augsburg in Präsenz abgehaltenen Pressekonferenz begab. Ahnten oder wussten sie es schon, dass das Coronavirus in ihrem Team grassierte? Am Tag nach der 4:5-nach-Verlängerungs-Niederlage in Augsburg wurde der EHC München – und zwar „Profis und Club-Angestellte“, so die Organisation in einer Mitteilung, vom Gesundheitsamt in eine bis Sonntag geltende Quarantäne geschickt. Das für 17 Uhr vorgesehene Heimspiel gegen Nürnberg wurde abgesagt.
Beim schwäbsich-oberbayerischen Derby hatten am Freitag diverse Spieler gefehlt. Yannic Seidenberg, Maximilian Daubner, Nico Appendino und Maximilian Kastner wurden als verletzt gemeldet – eine Folge des Champions-League-Spiels am Mittwoch in Zug. Es fielen jedoch auch drei Spieler aus, weil sie krank waren: Yasin Ehliz, Frederic Tiffels, Justin Schütz. Sie dürften dann die Corona-Fälle sein. Der EHC nennt die Namen nicht explizit, erklärt aber: „Betroffen sind auch Mitglieder aus dem Trainer- und Betreuerstab.“
Zu Saisonbeginn hatte Sportdirektor Christian Winkler gesagt: „Trainer, Spieler und Betreuer sind fast vollständig geimpft. Eine Impfpflicht gibt es bei uns aber nicht. Auch wenn es besser im Sinne der Gemeinschaft ist – wir werden natürlich niemanden zwingen. Da hat man dann eben einen größeren Aufwand mit der Teststrategie.“ Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) schreibt auch weiterhin regelmäßige Testungen in allen Mannschaften vor, die keine hundertprozentige Impfquote haben; der Impfstatus der Spieler ist Pflichtangabe bei der Lizenzierung. Laut DEL gibt es kein Team mit einer Impfquote unter 80 Prozent.
Wann die Tests stattfanden, die zu den auffälligen Ergebnissen führten, dazu macht der EHC München keine Angaben. Am Samstag jedenfalls warb er auf seiner Homepage noch für das Spiel am Sonntag. Die Absage wurde am Samstag um 16.53 Uhr publiziert.
Am Montag soll die Situation neu bewertet werden. Sollte die Quarantäne aufgehoben werden und der EHC über zehn Feldspieler und einen Torhüter verfügen, muss er antreten. Bei Infizierten rät die Liga zu einer mindestens zweiwöchigen Re-Integrations-Phase. Am Mittwoch steht die Schlagerpartie gegen die Adler Mannheim an. Für EHC – Nürnberg muss ein baldiger Termin erst noch gefunden werden. Denkbar wäre Dienstag, der 26. Oktober.
Am Freitag in Augsburg war Trainer Don Jackson einerseits stolz gewesen, dass sein Rumpfkader mit 15 Feldspielern, von denen Bastian Eckl nach einem Check gegen den Kopf noch ausschied (der Augsburger Sünder Scott Valentine wurde von der DEL für zwei Spiele gesperrt), beherzt kämpfte, aber auch „etwas enttäuscht, nachdem wir schon 4:3 geführt hatten“. Er rügte Verteidiger Zach Redmond, der mit mehreren Crosschecks gegen den schon auf dem Eis liegenden Chad Nehring sein Team in Unterzahl brachte: „Das war eine schlechte Strafe.“