Zürich – Auf der Werbetour durch Südamerika für eine WM alle zwei Jahre erreichte Gianni Infantino der nächste Widerstand gegen sein aktuelles Lieblingsprojekt. Erstmals schaltete sich auch das Internationale Olympische Komitee in den Streit um die Zukunft des Weltfußballs ein – und bezog in für seine Verhältnisse ungewohnt deutlicher Manier Stellung. Die Ringe-Organisation brachte offiziell „Sorgen“ über die FIFA-Pläne zum Ausdruck und unterstützte Forderungen für eine „breitere Konsultation“ aller Betroffenen.
Zudem ließ sich ein Sprecher am Sonntagmorgen mit dem Satz zitieren, dass IOC-Präsident Thomas Bach „zu keiner Zeit“ von IOC-Mitglied Infantino kontaktiert worden sei, um die Vorschläge zur Reform des Terminkalenders zu diskutieren. Auch wenn Bach & Co. kein direktes Mitspracherecht haben, dürfen sich Infantinos Gegenspieler aus Europa und Südamerika in ihrer Kritik damit bestätigt fühlen.
In einer Mitteilung nach der Sitzung der Exekutive warnte das IOC zudem davor, dass sich ein um zwei Jahre verkürzter WM-Rhythmus auch auf andere Sportarten – unter anderem Tennis, Radsport, Golf, Turnen, Leichtathletik und die Formel 1 – negativ auswirken würde. „Das würde die Vielfalt und die Entwicklung des Sports außerhalb des Fußballs untergraben.“ dpa