Düsseldorf – Beim FC St. Pauli und dem FC Schalke 04 wächst der Glaube an eine Rückkehr ins Fußball-Oberhaus. Die beiden einstigen Erstligisten waren die großen Gewinner des 10. Zweitliga-Spieltages. Vor allem beim Revierclub aus Gelsenkirchen sorgte das 1:0 in Hannover und der Sprung auf Rang drei für lange vermisste Euphorie. Erstmals seit dem Abstieg rangiert das Team auf einem Aufstiegsplatz. „Wenn du aus der Kabine kommst und diese blau-weiße Wand siehst. Und dann noch so ein Tor fällt: Das ist Adrenalin pur“, beschrieb Trainer Dimitrios Grammozis die prickelnde Atmosphäre im Stadion und die Freude über den Treffer von Marcin Kaminski in der Nachspielzeit.
Auf solch magische Momente musste die geschundene Schalker Fußball-Seele lange warten. Begleitet von 8000 Fans ließ die radikal umgebaute Mannschaft mit 16 Zu- und 24 Abgängen erkennen, dass sie immer besser funktioniert und auch ohne einen Treffer von Simon Terodde gewinnen kann. Da Terodde (153 Tore) diesmal leer ausging, musste Hannovers Vereinslegende Dieter Schatzschneider im eigenen Stadion nicht mit ansehen, wie seine Zweitliga-Bestmarke nach mehr als 34 Jahren überboten wird. Beide hatten in der vergangenen Woche Kontakt, und da habe Terodde zu Schatzschneider gesagt: „Ich treffe nicht, dafür gewinnen wir. Ich habe mein Wort gehalten“, erzählte der Schalker.
Drei Zähler vor den punktgleichen Verfolgern aus Regensburg (1:1 in Paderborn) und Gelsenkirchen führt St. Pauli weiter die Tabelle an. Selbst ein früher Rückstand in Heidenheim brachte die Kiezkicker nicht aus dem Konzept. Mit drei Toren binnen sechs Minuten durch Guido Burgstaller (55./60.) und Maximilian Dittgen (56.) drehten sie die Partie und feierten beim 4:2 (0:1) den vierten Sieg in Serie.
Der Hamburger SV verpaste Beim 1:1 gegen Düsseldorf erneut den Sprung in die Aufstiegsregion und liegt nun bereits sieben Zähler hinter dem Stadtrivalen St. Pauli. Selbst gegen dezimierte Gäste, die nach der Roten Karte für Edgar Prib von der 25. Minute an mit zehn Profis auskommen mussten, kassierte das Team von Trainer Tim Walter noch den Ausgleich. „Wir haben zehn Chancen und machen wieder nur ein Tor. Das kann ja wohl nicht sein: in Überzahl und zu Hause“, klagte Torschütze Robert Glatzel.
Ähnlich wie der HSV tut sich auch Werder Bremen im Kampf um die Bundesliga-Rückkehr weiterhin schwer. Nach dem 0:3 in Darmstadt 98 rutschte Werder auf Rang zehn ab. dpa