Die Liga scheint wehrlos

Wer soll diese Bayern stoppen?

von Redaktion

JOSÉ CARLOS MENZEL LÓPEZ

Topspiel? Dieses Wort nehmen Experten wie Fans gerne mal in den Mund, wenn eine handelsübliche Saison in der Bundesliga noch nicht allzu alt und die Bayern noch nicht mit zehn Punkten Vorsprung auf Platz eins thronen. So auch dieses Mal. Die Münchner traten beim punktgleichen Tabellennachbarn aus Leverkusen an, der bis dato eine fabelhafte Saison gespielt und mit einem Triumph zumindest temporär für Hoffnung gesorgt hätte. Die Hoffnung auf lang anhaltende Spannung an der Tabellenspitze, auf einen wirklichen Widerstand gegen jene Mannschaft, die die vergangenen neun Meisterschaften mehr oder minder im Vorbeigehen eingesackt hatte, wurde jedoch – mal wieder – im Keim erstickt.

Mit 5:1 haben die Bayern Bayer in ihrem eigenen Wohnzimmer vorgeführt. Wo steckte denn Florian Wirtz, das Jahrhunderttalent der Werkself? Wo war Moussa Diaby? Oder die gesamte Abwehr? Alle nicht präsent. So manche Anhänger der Rheinländer – zumindest die, die die Qualen ertrugen und bis Abpfiff auf ihren Sitzplätzen in der BayArena verweilten – sehnten wohl die Partie im vergangenen Jahr gegen die Bayern zurück. Dort musste man sich nach 90 Minuten zwar auch geschlagen geben, es war jedoch halbwegs spannend bis zum Schluss.

Wie drückte es jüngst Bremen-Legende Ailton aus: „Wo ist denn Dortmund? Oder Leverkusen? Richtig: nicht da! Wie jedes Jahr. Die Bundesliga ist voll mit Angsthasen, und das schadet ihr ungemein. Es ist ein Jammer.“

Und nun? Ist die Liga um ein Kapitel „Wir alle knicken vor dem FCB ein“ reicher. So manch einer wird behaupten, die Saison sei noch jung, aber Hand aufs Herz: Wer soll denn den zehnten Streich in Folge einer Übermannschaft stoppen, die unter Julian Nagelsmann scheinbar noch überirdischer spielt? Diese Liga hat ein Problem. Und schuld ist nicht die Stärke des FCB, sondern ihr eigenes, andauerndes Unvermögen, den Bayern in irgendeiner Art und Weise die Stirn zu bieten.

carlos.menzel-lopez@ovb.net

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