Gute Besserung, Wout Weghorst. Möge Ihre Infektion milde verlaufen. Aber zumindest ein sehr interessiertes Hochziehen der Augenbrauen werden sich etliche Fußballfans nicht verkniffen haben, als der VfL Wolfsburg am Montag vermeldete, dass sein Stürmer positiv auf das Coronavirus getestet wurde, nachdem er entsprechende Symptome gezeigt hatte. Denn der Niederländer hatte ja so manches abgesondert, was nahe an Coronaleugnung und Verschwörungserzählung anzusiedeln war. Es ist davon auszugehen, dass er sich nicht hat impfen lassen – tja, und nun ist er selbst betroffen. Wie der Virologe Christian Drosten prophezeit hat: Das Virus werde jeden irgendwann erwischen.
Leider macht es auch vor Geimpften nicht garantiert Halt. Erschreckend dabei ist die Zahl 18 im Kontext mit dem Eishockey-Club EHC Red Bull München. 14 Spieler, vier Trainer und Betreuer sind positiv. Und keiner von ihnen war gänzlich ungeimpft. Diese Ballung an Fällen wird die Statistiken über die Wirksamkeit der Impfstoffe und die Häufigkeit von Impfdurchbrüchen nicht wesentlich verschieben – aber sie weist auf die Gefahren hin, denen Mannschaftssportler ausgesetzt sind. In Kabinen, die in der Regel keine Fenster haben und schlecht belüftet sind. In Bussen, in denen man stundenlang zusammensitzt, in Hotelbesprechungsräumen, beim gemeinschaftlichen Essen. Beim Eishockey kommen Umstände dazu, die dafür sorgen, dass die Aerosole lange über dem Spielfeld schweben. Vorige Saison hatte dieser Sport schon eine Häufung von Fällen.
Dass nun Stadien und Hallen sich wieder öffnen, vor allem für geimpftes Publikum, dass bei den Sportbetrachtenden die Masken fallen, ist eine Entwicklung, die jeder wohl herbeigesehnt hat. Kurioserweise fand das letzte Spiel des EHC im stimmungsvollen Augsburger Eisstadion bei über 90-prozentiger Belegung statt. Ein schöner Abend – den die EHC-Mannschaft aber schon in banger Erwartung dessen bestritt, was nach drei bereits bekannten und symptomatischen Fällen auf sie zukommen würde.
Klar ist: Die Akrobaten in der Manege werden weiterhin achtgeben müssen, als wäre nicht 2021, sondern 2020. Wird jedenfalls spannend, wie das weitergeht. Schwere Verläufe schließt die Impfung nahezu aus, doch die Ärzte raten zu vorsichtigem Wiedereinstieg mit zwei Wochen „Return to play“. Schwierig, wenn fast ein kompletter Kader betroffen ist.
Guenter.Klein@ovb.net