Ein neuer Mitspieler um die Meisterschaft? Weinzierl oder Reuter – wen erwischt es? Ist Erling Haaland doch zu ersetzen?

von Redaktion

SC Freiburg

Worin ist der SC Freiburg sogar besser als der FC Bayern? Im Abwenden von Niederlagen. Den Spitzenreiter aus München hat’s ja schon einmal erwischt, im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt; Freiburg hingegen ist das einzige ungeschlagene Team der Bundesliga. In Wolfsburg, dessen VfL auch mal oben stand, siegte das Team von Christian Streich 2:0. Mit den wenigsten Gegentoren (6) ist der Sport-Club Dritter.

Streich ist allergisch, wenn das Wort Europa fällt. Schon 2013/14 hat er dagegen angeredet, aber nichts sehnlicher herbeigewünscht als die Qualifikation für die Europa League – die dann auch gelang.

Bislang konnte Streich das Bild vom SC Freiburg als einem kleinen Club aufrecht erhalten. Doch wenn man sich die jetzige Mannschaft ansieht, erkennt man eine Qualität, die durchaus für einen vorderen Platz reichen könnte. Die Breisgauer sind – anders als in vorangegangenen Transferperioden – nicht leergekauft worden. Sie haben ihren Stamm behalten können; Akteure wie der Südkoreaner Jeong oder Vicenzo Grifo, der sogar zum italienischen Nationalspieler geworden ist, entwickeln sich kontinuierlich. Und das erst vor einer Woche bezogene neue Stadion verhilft zu besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Aber Streich bleibt eben Streich. Er predigt: „Ich lasse mich nicht blenden. Es ist jetzt wunderbar, so was hatten wir noch nie nach neun Spieltagen. Aber wir wissen, warum es im Moment stabil ist.“ Die Warnung schiebt er hinterher: „Wenn wir ein bisschen von unserer Einstellung verlieren, gewinnst du kein Bundesligaspiel mehr.“ Abschließend: „Wir wissen schon, woher wir kommen und was wir sind.“

FC Augsburg

Das 1:4 in Mainz tut dem FC Augsburg verdammt weh – nicht nur aufgrund der Tabellensituation. Es drückt auch auf die Stimmung, weil FCA-Präsident Klaus Hofmann auf der am Dienstagabend im Stadion abgehaltenen Mitgliederversammlung noch keck angekündigt hatte: „In Mainz holen wir drei Punkte.“ Nach 26 Minuten stand es aus Augsburger Sicht 0:3. Torwart Rafal Gikiewicz sagte in einem weiteren seiner denkwürdigen Interviews: „Wir waren Vorspeise.“

Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter wurde nach dem 1:4 zur Job-Sicherheit von Trainer Markus Weinzierl befragt. Doch tatsächlich ist Reuters Position stärker in Gefahr als die von Weinzierl, der im Mai 2021 in seine zweite FCA-Amtszeit (nach 2012 bis 16) ging. Präsident Hofmann hatte Reuter auf der Mitgliederversammlung nicht namentlich, sondern nur indirekt erwähnt: Unter den (von Reuter) geholten Trainern Martin Schmidt und Heiko Herrlich habe sich die Mannschaft „systematisch das Fußballspielen abgewöhnt“, für manche Transfers habe man zu viel bezahlt (Anspielung auf die sieben Millionen, die Reuter für den Torwart Tomas Koubek, mittlerweile nur noch Ersatzmann, ausgegeben hatte), auch im Scouting sieht Hofmann Lücken. Zu Weinzierl gab er ein Treuebekenntnis ab: Ihm traut man es zu, das Team wieder attraktiver spielen zu lassen. „Markus ist ein einwandfreier Mensch und passt zum FC Augsburg.“ Das ist eine klare Festlegung. Für sie gab es Applaus.

Borussia Dortmund

Nach dem 0:4 in Amsterdam und der Hiobsbotschaft von Erling Haalands längerem Ausfall hatten Skepktiker Borussia Dortmund schon in Bielefeld nicht mehr in der Favoritenrolle gesehen. Doch Trainer Marco Rose erlebte mit dem 3:1 „eine gute Reaktion“. Der BVB spielte etwas anders, schönstes Tor war das Solo von Jude Bellingham. Der Engländer bestätigte in der Erleichterung darüber, dass man einen Punkt am FC Bayern drangeblieben ist, die Ambitionen auf den Titel: „Ich wäre ein Idiot, wenn ich es nicht versuchen würde.“ GÜNTER KLEIN

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