Wolfsburg – Die Siegerfaust streckte Florian Kohfeldt nach seinem Traumdebüt in der Königsklasse nur kurz nach oben. Den ersten Sieg im ersten Spiel als Cheftrainer in der Champions League genoss der neue Coach des VfL Wolfsburg ganz in sich gekehrt. Dabei wahrten die Wölfe durch das enorm wichtige 2:1 (1:1) gegen RB Salzburg die Chance auf das Weiterkommen.
„Das war ein toller Abend“, schwärmte Kohfeldt wenig später mit einem breiten Grinsen am DAZN-Mikrofon und versicherte, dass er vor allem „Freude“ empfinde: „Weil es für den Wettbewerb unglaublich wichtig war, wir haben die Gruppe wieder aufgemacht.“ Dank des ersten Erfolgs und nun fünf Punkten auf dem Konto darf der VfL wieder auf das Überwintern in Europa hoffen.
Torjäger Lukas Nmecha gelang in der 60. Minute mit einem Schuss in den Torwinkel der entscheidende Treffer. Vor den Augen von Bundestrainer Hansi Flick war der Bundesliga-Siebte schon nach drei Minuten durch Ridle Baku in Führung gegangen. Den Österreichern, die ihre erste Saisonniederlage kassierten, war durch einen von Maximilian Wöber (30.) verwandelten Freistoß der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen.
Die Partie hätte für die Platzherren beinahe mit einer bösen Überraschung begonnen. Nach einem Missverständnis in der Hintermannschaft tauchte Salzburgs Topstürmer Karim Adeyemi nach nur 70 Sekunden frei vor VfL-Torhüter Koen Casteels auf, schob den Ball aber am linken Torpfosten vorbei.
Nach dieser Schrecksekunde gingen die Platzherren konzentrierter zu Werke. Kohfeldt hatte sich dafür entschieden, Wout Weghorst nach seiner Corona-Erkrankung direkt wieder für die Startformation zu nominieren. Dennoch übernahmen die Gäste zunächst die Spielkontrolle, ohne jedoch wirklich für Torgefahr sorgen zu können. Kohfeldt, normalerweise in der Coaching Zone im Trainingsanzug unterwegs, hatte zumindest, wie in der Königsklasse üblich, die Sportjacke bei seiner Premiere in der Champions League durch ein Sakko ersetzt.
Nach dem Ausgleich wurden die Wölfe wieder bissiger. Weghorst hätte in der 36. Minute beinahe getroffen, konnte aber eine Nmecha-Flanke nicht verarbeiten, der Schuss des Niederländers ging über die Latte.
Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Gäste klar das Kommando. Insbesondere Adeyemi war kaum zu bremsen und sorgte mehrfach für Gefahr. In der 50. Minute war Casteels schon geschlagen, doch der Schuss des Nationalspielers verfehlte knapp das Ziel.
Kohfeldt trieb seine Schützlinge fast verzweifelt mit wilden Armbewegungen nach vorn. Und tatsächlich: Mit dem ersten gelungenen Konter nach Wiederbeginn erzielte Nmecha den zweiten Wolfsburger Treffer. Der 22-Jährige lieferte dabei ein technisches Kabinettstückchen: Er nahm den Ball mit der Brust an und hämmerte ihn aus eher spitzem Winkel unter die Latte.
Salzburg antwortete mit wütenden Attacken, doch die Aktionen wurden ungenauer. Zudem stand die Deckung der Norddeutschen nun sicherer. sid