Die letzte Hoffnung

von Redaktion

RB Leipzig droht das frühe Aus in der Champions League, trotzdem gibt man sich kämpferisch

Leipzig – Die Zeichen für RB Leipzig stehen klar auf Abschied, doch zumindest in den vereinseigenen Medien ist das Kapitel Königsklasse noch nicht abgehakt. „Wir geben noch nicht auf“, heißt es kämpferisch auf der Webseite. Es folgt ein knapp 600 Worte langes Pamphlet zu möglichen Konstellationen, wie die punktlosen Leipziger doch noch den Sprung in die K.o.-Phase schaffen können. Fazit: Es ist kompliziert.

Fest steht hingegen: Verlieren die Sachsen an diesem Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) auch das Rückspiel gegen die Edelkicker von Paris St. Germain muss sich Leipzig aus der Champions League verabschieden. „RB braucht einen Sieg“, konstatierte der frühere Leipziger Erfolgsarchitekt Ralf Rangnick. Der nicht ganz unbefangene DAZN-Experte gibt zu verstehen: „Paris spielt momentan nicht auf Top-Level, ist nicht unschlagbar“.

Der argentinische Superstar, der im Hinspiel vor zwei Wochen mit einem Doppelpack herausragte, fehlt in Leipzig mit Oberschenkelproblemen und Knieschmerzen. „Leipzig hätte in Paris einen, wenn nicht sogar drei Punkte holen können“, sagte Rangnick mit Blick auf das unglückliche 2:3 im Prinzenpark. Die Spieler von Jesse Marsch zeigten dort ihr großes Potenzial, das sie in dieser Spielzeit aber häufig auch vermissen lassen.

„Wir sind keine Mannschaft, die bereit ist, um die Meisterschale zu kämpfen“, resümierte Marsch tief enttäuscht nach dem 1:1 bei Eintracht Frankfurt. Durch den späten Ausgleichstreffer fühlte sich das Remis für Geschäftsführer Oliver Mintzlaff „wie eine heftige Niederlage“ an. Es ist ein neuerlicher Rückschlag für Leipzig und Marsch, der im Sommer auf Erfolgstrainer Julian Nagelsmann folgte.

Der deutlich forschere Ansatz unter Marsch ist bislang nur phasenweise im hochkarätig besetzten Team zu erkennen. In der Bundesliga schaffte Leipzig bislang keine drei Siege am Stück, berauschenden Fußballfesten gegen Stuttgart (4:0) und Hertha BSC (6:0) stehen fahrige Auftritte in Freiburg und Frankfurt (beide 1:1) entgegen.

„Das ist schwierig zu erklären“, sagte Yussuf Poulsen: „Manchmal ist man in Phasen, wo klare Torchancen vergeben werden und man hinten Pech hat.“ Ein Mutmacher für die Leipziger ist das bislang einzige Heimspiel gegen PSG. Am 4. November des vergangenen Jahres gewann RB nach Rückstand mit 2:1 und legte vor leeren Rängen den Grundstein fürs Weiterkommen.

Nun, fast exakt ein Jahr später, dürfen die Leipziger erstmals seit Pandemie-Beginn wieder auf volle Fan-Unterstützung zählen. 42 600 Zuschauer werden für prächtige Europapokal-Stimmung sorgen, Marsch hofft auf ein „Topspiel für die Fans und für uns. Wir werden sehr begeistert für dieses Spiel sein.“  sid

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