München – Mitte September musste sich Kingsley Coman (25) aufgrund einer Rhythmusstörung einem kleinen Eingriff am Herzen unterziehen. Vier Spiele verpasste der Offensivmann vom FC Bayern danach. Mittlerweile ist der Franzose wieder topfit. Und zeigt in den vergangenen Wochen bärenstarke Leistungen. Beim 5:2-Sieg Ende Oktober bei Union Berlin erzielte er ein Knaller-Tor ins kurze Eck. Am Dienstag in der Champions League gegen Benfica Lissabon (5:2) spielte er auf dem rechten Flügel die Portugiesen schwindlig und bereitete den ersten der drei Treffer von Robert Lewandowski (33) mit einer traumhaften Flanke vor.
„Er macht es sehr gut“, lobte Trainer Julian Nagelsmann (34) den Franzosen am Freitag. „Er hat Qualitäten im Eins-gegen-Eins, auch mit dem Rücken zum Tor, mit dem ersten Kontakt ins Zentrum. Das macht er außergewöhnlich gut, da ist er unglaublich stabil.“
Wermutstropfen: Comans Verletzungsanfälligkeit. Immer wieder hat er mit muskulären Problemen zu kämpfen. Ein unerwünschter Nebeneffekt seines Spielstils, der auch durch Schnellkraft und Antritte gekennzeichnet ist. Laut Nagelsmann sei es das „oberste Credo“, dass Coman gesund bleibe. „Dann ist er sicher unter den Top-4-Flügelspielern in Europa.“
Nagelsmann und sein Trainer-Team sind sehr froh, dass Coman beim FC Bayern ist. Nicht nur aus sportlicher Sicht. „Er ist ein unglaublich herzlicher Mensch, der immer ein Lächeln hat. Er ist auch ein wichtiges Bindeglied zwischen den Französisch- und Deutschsprechenden, weil er sehr gut Deutsch spricht. Er kann gerne so weitermachen, wie in den letzten Wochen“, so der Trainer, der zuletzt öffentlich klarmachte: „Natürlich würde ich gerne noch viele, viele Jahre mit ihm zusammenarbeiten.“
Doch kommt es soweit? Und könnte sich der FC Bayern einen Absprung Comans in dieser Form leisten? Fakt ist: Sein Vertrag läuft noch bis 2023. Aber seit Monaten stocken die Verhandlungen über eine vorzeitige Verlängerung. Die Coman-Seite war mit dem Angebot des Vereins nicht zufrieden – sowohl in Sachen Gehalt als auch mit der Laufzeit. Sofern die Münchner Bosse nicht nachbessern, wäre der Spieler, der sich aktuell nur auf seine Leistungen konzentrieren möchte, auch bereit, seinen Vertrag auslaufen zu lassen und den Verein ablösefrei zu verlassen.
Ein solches Szenario à la David Alaba (29/Real Madrid) ist natürlich nicht im Sinne des deutschen Rekordmeisters. Deswegen halten die Bayern-Verantwortlichen unabhängig von dieser Personalie stets die Augen offen, beobachten den Markt. Nach Informationen unserer Zeitung haben die Bosse Antony (21) von Ajax Amsterdam auf dem Radar. Der brasilianische Flügelstürmer, der zuletzt Dortmund Probleme bereitete, steht bei den Holländern noch bis 2025 unter Vertrag.
Und dann wäre da noch Karim Adeyemi (19). Im Kampf um den deutschen Nationalspieler, dessen Kontrakt in Salzburg 2024 endet, ist die Konkurrenz allerdings groß. Der Berater des begehrten Angreifers ist aktuell im Austausch mit mehreren europäischen Topclubs, am Donnerstag war er bei Atletico und Real Madrid. Derzeit soll Adeyemi aber zu einem Engagement bei Borussia Dortmund tendieren.