München – Mit den ersten 45 Minuten der Frauen des FC Bayern bei der SGS Essen war Trainer Jens Scheuer überhaupt nicht zufrieden. Eine tiefergehende Analyse in der Halbzeit sei beim Stand von 1:1 nicht nötig gewesen, da die Probleme seiner Mannschaft nichts mit taktischen Dingen zu tun gehabt hätten, wie Scheuer erklärte.
„Es lag einfach an der individuellen Herangehensweise meiner Spielerinnen“, sagte der Trainer: „Ich habe sie gefragt, ob sie das so weiter praktizieren möchten. Darauf haben sie gesagt: ‘Nein, wir können es besser’. Ich bin der Meinung, dass wir dann in der zweiten Halbzeit auch besser gespielt haben.“
Mit Blick auf das schwere Champions-League-Spiel bei Olympique Lyon am Mittwoch und das Bundesliga-Topspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag hatte Scheuer in der Startelf rotiert, für die zweiten 45 Minuten brachte er Kapitänin Lina Magull und Carina Wenninger in die Partie. Einen Freistoß Magulls köpfte wenig später Jovana Damnjanovic zum 2:1-Endstand ins Tor, für die Stürmerin war es der erste Ligatreffer nach ihrem Kreuzbandriss. Der Sieg war letztlich verdient, aber auch ein wenig glücklich, da Essen noch den Pfosten traf. Vor allem war der hart erarbeitete Erfolg gegen eine starke Essener Mannschaft aber enorm wichtig, da die Bayern-Frauen sich vor dem Spitzenspiel gegen Wolfsburg die Tabellenführung zurückholten. Der VfL hatte bereits am Freitagabend Eintracht Frankfurt bezwungen und war über Nacht vorbeigezogen.
Im direkten Duell können die Bayern den Rivalen nun distanzieren, dafür müssen sie sich allerdings steigern. cs