Lyon/München – Olympique Lyon ist nach wie vor eine der stärksten Mannschaften im Frauenfußball weltweit. Beim französischen Serienmeister, der in den letzten zehn Jahren sieben Mal die Champions League gewann, knapp und unglücklich mit 1:2 zu verlieren, ist wahrlich keine Schande.
Und doch waren die Frauen des FC Bayern nach der Niederlage am Mittwochabend unzufrieden. „Aufgrund der zweiten Halbzeit hätten wir einen Punkt verdient“, sagte Trainer Jens Scheuer: „Wir sind glücklich 1:0 in Führung gegangen, aber Lyon war in der ersten Hälfte klar besser als wir. Wir haben unerklärlicherweise nicht das Spiel gezeigt, was wir eigentlich zeigen wollten. So paradox es klingen mag, bin ich der Meinung, dass wir eine viel bessere zweite Hälfte gespielt haben.“
Besonders in der Anfangsphase hatten die Bayern-Frauen im Groupama Stadion in Lyon stark unter Druck gestanden, ein Eigentor brachte die überraschende Führung, die bis zur 50. Minute hielt. Nach dem Ausgleich durch Janice Cayman sah es lange nach einem Unentschieden aus, bevor die Bayern-Frauen in der 86. Minute nach einem Eckball das ärgerliche 1:2 hinnehmen mussten. In der Gruppe D der Champions League belegen die Bayern-Frauen mit vier Punkten aus drei Spielen den zweiten Platz. Auch wenn Lyon mit neun Punkten die Gruppe souverän anführt, sind die Chancen auf den Viertelfinaleinzug nach wie vor gut. Trotzdem bleiben nach den jüngsten Spielen ein paar Fragezeichen, wie gut die Bayern-Frauen derzeit tatsächlich in Form sind. Mitte Oktober musste die Mannschaft in der Bundesliga die erste Niederlage bei Eintracht Frankfurt hinnehmen.
Es folgte die direkte Revanche im DFB-Pokal gegen die Eintracht, dann ein hart erarbeiteter 2:1-Sieg in der Bundesliga bei der SGS Essen. Auffällig ist aber die Anzahl der Gegentore in diesen Spielen. Bis zum Spiel in Frankfurt musste Torhüterin Laura Benkarth in acht Pflichtspielen nur einmal den Ball aus dem Netz holen, in den letzten vier Partien setzte es nun acht Gegentore. Was zum einen natürlich mit der Qualität der Gegnerinnen zusammenhängt, aber auch ein Hinweis auf Probleme im Defensivverhalten sein kann. „Wir haben nicht so konsequent verteidigt, wie wir uns das vorgenommen haben“, sagte Kapitänin Lina Magull nach dem Spiel in Lyon. „Die zwei Gegentore waren extrem unnötig“, erklärte Klara Bühl: „Das Positive ist, dass wir nächste Woche bereits das Rückspiel haben und es besser machen können.“
Zuvor wartet gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (14 Uhr) aber eine weitere schwere Prüfung. Mit einem Sieg könnten sich die Bayern-Frauen an der Tabellenspitze ein Stück weit absetzen. cs