München – Er war ein Transfer-Coup der Bayern-Basketballer. Zur aktuellen Saison wechselte Darrun Hilliard vom Euroleague-Schwergewicht ZSKA Moskau nach München. Ein Transfer, der lange geplant war. Sowohl Sportdirektor Daniele Baiesi als auch Geschäftsführer Marko Pesic beobachteten den 28-Jährigen über Jahre. Pesic lernte sogar die Familie von Hilliard kennen, wie er jüngst in einem Beitrag bei MagentaSport verriet: „Hier wird er mehr Verantwortung haben. Dieser Verantwortung ist er gewachsen.“
Ein Blick auf die aktuellen Statistiken der Euroleague, in der sich die Bayern der AS Monaco am Freitagabend mit 71:94 geschlagen geben mussten, bekräftigt die Vorschusslorbeeren von Pesic. Mit durchschnittlich 16,7 Punkten gehört Hilliard zu den fünf besten Scorern des Wettbewerbs.
Die starken Zahlen hängen sicherlich auch mit dem neuen Selbstverständnis des Guards zusammen. War Hilliard, der auch 91 Mal in der NBA zum Einsatz kam, bei seinen vorherigen Stationen meist nur ein Rollenspieler, soll er in München zur tragenden Säule des Teams werden. Einer, der das Spiel in einer schwierigen Schlussphase in die Hand nimmt. Einer, dem man den letzten Wurf zutraut.
„Ich komme endlich in die Situation, in der ich meine Flügel ausbreiten kann und einen größeren Einfluss auf dem Court habe“, sagt Hilliard. Und was sagt Chef Andrea Trinchieri über seinen erfahrenen Spieler? „Ich muss ihn komplett umstrukturieren.“ Was der italienische Coach damit meint: Hilliard soll variabler werden. Diese Umwandlung werde schmerzhaft, so Trinchieri: „Wir müssen den Boden berühren und wieder zurückschlagen.“
Trinchieri hält das, was Klinsmann immer versprochen hat. Er macht seine Spieler tatsächlich besser. Das hat der Basketball-Maestro schon während seiner Zeit in Bamberg bewiesen, als er Nicolo Melli, Darius Miller oder auch Daniel Theis zum nächsten Karrieresprung verhalf. Theis verglich Trinchieri sogar mit Celtics-Coach Brad Stevens, einem der besten Trainer in der NBA.
Basketball-Experte Michael Körner sagte unserer Zeitung nach Bayerns Verpflichtung von Trinchieri: „Er presst die Spieler förmlich aus, vermittelt ihnen auf direktem Wege sein Spielverständnis.“ Bei Hilliard führt das Auspressen schon zu ersten Erfolgserlebnissen. Trinchieri: „Er hat meine Worte verstanden und vertraut dem Prozess.“ nms