Eine freudlose Zeremonie

von Redaktion

Management-Trainee Höwedes verbockt die Löw-Verabschiedung – Diskussion um Hummels

Wolfsburg – Grund zum Meckern gab es nach dem 9:0-Sieg gegen Liechtenstein nicht. Getuschelt wurde hinter den DFB-Kulissen nach Abpfiff des WM-Qualifikationsspiels trotzdem eifrig.

Sponsoren und Fans waren enttäuscht, wie die Verabschiedung von Ex-Bundestrainer Joachim Löw ablief. Hauptsponsor VW hatte den DFB-Verantwortlichen angeboten, die Zeremonie zu organisieren. Immerhin hatte es der Konzern mit clevereren Aktionen geschafft, das Wolfsburger Publikum in die Volkswagen-Arena zu locken und an einem eigentlich tristen Herbstabend Fußball-Stimmung in der Autostadt zu entfachen.

Doch der Verband bestand darauf, die Verabschiedung selbst zu organisieren. Genauer gesagt übernahm Benedikt Höwedes, der aktuell das Teammanagement im Rahmen einer Trainee-Ausbildung unterstützt, diese Aufgabe. Das ernüchternde Ergebnis: Kein öffentliches Wort des Danks für Löw, eine unpersönliche Urkundenübergabe von Interimspräsident Peter Peters – und ein spärliches Spalier von ehemaligen (Khedira, Podolski, Mertesacker, Klose, Gomez) und aktuell verletzten Nationalspielern (Draxler, Hummels). Jerome Boateng, der angeblich im Stau gestanden hatte, schaffte es später immerhin zur Feier im Teamhotel.

Anders als etwa Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm, der als Geschäftsführer der DFB Euro GmbH fast immer mit dem Verband unterwegs ist, an diesem Abend jedoch keine Lust auf Abschied hatte. Bastian Schweinsteiger wurde sogar vom Stadionsprecher angekündigt. Doch auch von ihm keine Spur. Kein Wunder, dass diese Veranstaltung als misslungen bewertet wurde.

Für Mode-Diskussionen sorgte der Mantel von Mats Hummels. In gewagtem Tischdecken-Design stand der BVB-Profi am Spielfeldrand Spalier für Löw. „Der Mantel von Mats Hummels – ich würde den nicht tragen, gewagt“, sagte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Thomas Müller verriet, dass Lukas Podolski den Dortmunder auf den Arm nahm: „Der Poldi hat sich ein bisschen über seinen Mantel lustig gemacht, und dann war der Mats so leicht unsicher und hat abgefragt, ob das so gut ist. Ich hab gemeint: Er kann das schon tragen. Alles in Ordnung. Da muss der Mats ein bisschen cooler werden.“

Wer saß bei der Pressekonferenz neben Bundestrainer Hansi Flick? Beobachtern der Länderspieltage in Wolfsburg dürfte aufgefallen sein, dass es nicht DFB-Sprecher Jens Grittner war. Der lag krank zu Hause und wurde von Uli Voigt vertreten. Doch nach dem Liechtenstein-Spiel musste Voigt die Interviews fürs Fernsehen koordinieren, weshalb ein bislang eher unbekannter DFB-Mitarbeiter neben Flick Platz nahm: André Fulczyk, der normalerweise für die Social-Media-Aktivitäten der Nationalmannschaft zuständig ist.  bok, pk

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