Heilsbringer Flick

von Redaktion

DFB-Elf zurück in der Erfolgsspur – ein Verdienst des neuen Bundestrainers

VON MANUEL BONKE UND PHILIPP KESSLER

Wolfsburg – Wie einst beim FC Bayern surft Hansi Flick auch als Bundestrainer auf der Welle des Erfolgs. Das 9:0 in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein war der sechste Sieg im sechsten Spiel als Nationaltrainer. Damit übertraf Flick den einstigen Startrekord von Joachim Löw, der fünf Spiele zu Beginn seiner Amtszeit gewonnen hatte. Nicht die einzige Bestmarke für den ehemaligen Bayern-Coach: Insgesamt traf die DFB-Elf unter Flick 27 Mal – mehr als unter jedem anderen Trainer in den ersten sechs Partien. Zugegeben: Gegner wie Liechtenstein, Nordmazedonien oder Armenien, wo die DFB-Elf am Sonntag (18 Uhr, RTL) gastiert, sind der Kategorie Fußball-Zwerg zuzuordnen. Allerdings: Vorgänger Löw hatte Flick eine Mannschaft übergeben, die nach drei WM-Qualifikationsspielen im März 2021 nur auf Platz drei der Gruppe J gestanden hatte, hinter Tabellenführer Armenien und Nordmazedonien. Flick schaffte mit seinen Spielern dennoch als erstes Team die Qualifikation zur Weltmeisterschaft.

Auf die Frage, welche Schlüsse der Bundestrainer aus dem Spiel gegen den krassen Außenseiter Liechtenstein ziehen könne, antwortete Flick: „Liechtenstein war ein Spiel auf unserem Weg. Wir wollen uns weiterentwickeln, dafür wollen wir jedes Spiel nutzen. Wir hatten auch zwei Trainingseinheiten, die mir und meinem Trainerteam sehr viel Spaß gemacht haben, weil der Wille und die Bereitschaft da waren, die Dinge umzusetzen.“ Was auffällt: Langsam aber sicher entwickelt sich wieder mehr Begeisterung für die Nationalmannschaft – im Stadion, aber auch vor dem Fernseher. Dieser Eindruck blieb auch dem Bundestrainer nicht verborgen.

Die Stimmung in der mit 26 000 Zuschauern ausverkauften Volkswagen-Arena empfand Flick als beeindruckend. „Wie in den Heimspielen zuvor war es ein wirklich gelungenes Zusammenspiel zwischen Mannschaft und Fans, eine grandiose Stimmung“, sagte er: „Die Mannschaft hat versucht, attraktiv zu spielen. Wir hätten das ein oder andere Tor mehr erzielen müssen.“

Flick fühlt sich wohl in seiner Heilsbringer-Rolle. Selbst dem Corona-Chaos im Vorfeld der Partie konnte er eine gute Seite abgewinnen: „Wenn man neue Spieler sehen will, braucht man ein bisschen Platz im Kader. Den haben wir jetzt natürlich bekommen Anfang der Woche.“ Die neuen Spieler wussten durchaus zu gefallen. Ridle Baku, 23, beispielsweise, der in seinem dritten Länderspiel seinen ersten Treffer erzielte und Bundestrainer-Lob einheimste: „Freut mich sehr für ihn. Schön abgeschlossen, Marke Traumtor.“ Oder der eingewechselte Lukas Nmecha, 22, der die deutschen Mittelstürmer-Sorgen endlich begraben soll. „Die Spieler, die reingekommen sind, haben sich auch gut gezeigt“, stellte Thomas Müller fest.

Es braut sich im Hinblick auf die WM 2022 in Katar wieder was zusammen beim DFB. Flick sei Dank!

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