Leichtigkeit und Spielwitz

von Redaktion

Flick schwärmt von Sané, der nicht nur in der Offensive glänzt

Wolfsburg – Im Sommer wurde er noch von den eigenen Fans ausgepfiffen. Nun ist Leroy Sané Publikumsliebling. Weil er sich die Kritik zu Herzen genommen und sich aus der sportlichen Krise herausgekämpft hat.

Beim 9:0 der Nationalmannschaft gegen Liechtenstein war der Bayern-Star der beste Mann auf dem Platz. Vor 26 000 Fans in der ausverkauften Volkswagen-Arena in Wolfsburg erzielte er zwei Tore, fiel mit Spielwitz und der ein oder anderen Defensiv-Aktion auf. Für die Leistung des Offensivspielers gab es Lob von Hansi Flick. „Ich glaube, die letzten Wochen haben einfach gezeigt, was er für ein toller Spieler ist. Er spielt mit einer Leichtigkeit“, schwärmte der Bundestrainer, der nicht nur Sanés Aktionen im Angriff spitze findet. „Was mir noch mehr gefällt, ist sein Wille, dem Ball nachzujagen, den Gegner unter Druck zu setzen. Das hat er top gemacht. Wirklich eine gute Entwicklung, weil er auf diesem Niveau Woche für Woche spielt.“

Ein Kniff im Verein, der dem 25-Jährigen half: Beim FC Bayern lässt Trainer Julian Nagelsmann ihn mittlerweile hauptsächlich im Zentrum anstatt auf dem linken Flügel agieren. Dort kann er sein Potenzial deutlich besser entfalten. Auch gegen Liechtenstein kam Sané hauptsächlich durch die Mitte, spielte mit unglaublicher Leichtigkeit gegen die extrem defensiven Gegner. „Von seinem Laufstil ist er einfach einzigartig“, sagte Flick.

Von Ex-Bundestrainer Joachim Löw wurde der Angreifer aus dem Kader für die WM 2018 in Russland gestrichen. Der angebliche Grund: mangelnde Einstellung. Dies kann man Sané nicht mehr vorwerfen. Unter Flick hat der ehemalige ManCity-Star, der sich 2019 einen Kreuzbandriss zugezogen hatte und 2020 nach München wechselte, in fünf Länderspielen vier Treffer erzielt. Für seine sieben DFB-Tore zuvor hatte er 34 Partien gebraucht. Seine starke Quote in dieser Saison: In 23 Spielen für den FC Bayern und die Nationalmannschaft kommt Sané auf 23 Torbeteiligungen.

Doch allein darum geht es nicht bei seiner Entwicklung: Die lasche Körpersprache, für die er oft kritisiert wurde, hat der selbstreflektierte Spieler abgelegt. „Ich freue mich für ihn, denn er ist auch ein toller Mensch“, so Flick.  bok, pk

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