Die Corona-Lage und der Sport

Rückkehr der Stille?

von Redaktion

GÜNTER KLEIN

In der Corona-Tagesinfektionsweltrangliste belegte Deutschland vor dem Wochenende erstmals Platz eins, eine Position, auf die niemand stolz sein kann, und darum hört man seitens der Politik nun die Empfehlung: Großveranstaltungen absagen. Dient der Kontaktreduzierung und soll neben einer höheren Impfquote ein Mittel sein, um die vierte Welle zu brechen. Der Definition, was eine Großveranstaltung ist, fehlt es an Eindeutigkeit. Fußball-Bundesligaspiele könnten dazugehören, aber eines in Dortmund eher als eines der TSG Hoffenheim, die zuletzt, als die Coronalage noch etwas entspannter war, schon nur noch vierstellige Zahlen verbuchte, was vielleicht auch an der geringen Strahlkraft des Clubs liegen mag.

Ja, was wird geschehen die kommenden Wochen? Wird es in den Stadien wieder still, kehren gar die Geisterspiele zurück? Wenn sich Tausende nicht auf verzichtbare Freitagabend- oder Samstagnachmittags-Wege begeben würden, wäre dies momentan hilfreich – und vor einem Jahr war das auch ein gutes Argument. Nun zieht es natürlich weniger, weil der Einlass in die Sportstätten bald flächendeckend nach 2G-Kriterien erfolgen und der Schutz für jeden Einzelnen ein höherer sein wird, als er es 2020 gewesen wäre. Die zurückgewonnene Normalität sollte nicht aufgegeben werden. Manche Vereine würde es auch schwer treffen, wenn sie ihre Tore wieder abschließen müssten, denn für diese Saison haben sie damit kalkuliert, dass sie Tickets verkaufen dürfen. Und gerade die Teamsportarten, die kleiner sind als der von Medien-Milliarden gestützte Fußball, brauchen diese Einnahmen. Darüber hinaus hat der Sport sich ein Entgegenkommen verdient, weil er sich in der Impfkampagne engagiert(e).

Allerdings sollten wir davon ausgehen, dass der Andrang auf das Brot-und-Spiele-Programm erst mal zurückgehen wird. Vernünftige Menschen lassen Vorsicht walten und sparen die eine oder andere Begegnung ein. Und die Vereine sollten – etwa bei ihren treuesten Unterstützern, den Dauerkartenkäufern – mit Rückvergütungen nicht knausern, wenn der Kunde glaubhaft versichert, dass ein Hallen- oder Stadionbesuch ihm unter den derzeitigen Umständen mehr Unbehagen als Freude bereitet.

Und, ach ja: Maske tragen schützt, wo viele Leute zusammen kommen. Auch im Freien.

Guenter.Klein@ovb.net

Artikel 1 von 11