Kimmich isoliert – kommt 2G?

von Redaktion

Kaum aus Corona-Quarantäne zurück, gilt der Bayern-Profi als Kontaktperson

VON MANUEL BONKE

München – Es war eine kurze Rückkehr auf den Rasen für Joshua Kimmich. Am Mittwoch trainierte der ungeimpfte Bayern-Spieler erstmals wieder mit der Mannschaft an der Säbener Straße, nachdem er seine siebentägige Quarantäne abgesessen hatte, weil er Kontakt mit dem positiv auf Corona getesteten Teamkollegen Niklas Süle hatte – und jetzt ist Kimmich schon wieder isoliert.

Was war passiert? Beim Abschlusstraining vor dem Auswärtsspiel heute in Augsburg (20.30 Uhr, DAZN) war keine Spur vom Nationalspieler. Bayern-Trainer Julian Nagelsmann erklärte das Fehlen von Kimmich auf der Pressekonferenz wie folgt: „Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Er hatte in seinem privaten Umfeld Kontakt zu einer Corona-Verdachtsperson. Das ist noch nicht bestätigt, da warten wir noch auf das PCR-Ergebnis.“

Heißt im Klartext: Fällt das Testergebnis des Kimmich-Bekannten positiv aus, muss sich der Nationalspieler erneut von der Mannschaft isolieren. „Dann ist es als Ungeimpfter so, dass er unabhängig vom eigenen Testergebnis in Quarantäne muss.“ Somit würde der Mittelfeldspieler nicht nur das Spiel in Augsburg, sondern auch die Champions-League-Partie am Dienstag in Kiew verpassen.

Als die ebenfalls vor einer Woche in Quarantäne geschickten Bayern-Stars Serge Gnabry und Jamal Musiala am Dienstag zum ersten Mal „in Freiheit“ trainierten, fehlte Kimmich wegen eines privaten Termins. Ob er dort Kontakt zu einer infizierten Person hatte? Sehr wahrscheinlich!

Geht es nach der Ministerpräsidentenkonferenz, dann soll sich die Frage bald nicht mehr stellen. Die Politik will 2G auch für Profis durchsetzen. „In der Vorbesprechung der Länderchefinnen und –chefs waren wir uns einig, dass wenn Zuschauer im Stadion 2G beachten müssen, das nach unser Auffassung auch für die Profis gelten soll. Ob wir das umgesetzt kriegen, müssen wir prüfen. Aber das war einhellige Auffassung der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten“, sagte der nordrhein-westfälische Landeschef Hendrik Wüst (CDU). Profis wie Kimmich dürften dann nicht mehr eingesetzt werden.

Das Beispiel von Kimmich zeigt, welche Probleme ungeimpfte Profifußballer ihren Clubs bereiten können. Nagelsmann plant aber nicht, die Bayern-Kicker ohne Immunisierung explizit auf die Folgen ihrer Entscheidung hinzuweisen. „Ich habe schon den Anspruch, dass die Spieler, ohne dass ich es ihnen klarmache, das verstehen“, sagte er: „Ich glaube, da ist kein Spieler dabei, dem ich das klarmachen muss. Das kriegt der Spieler, glaube ich, schon mit. Das liegt quasi auf dem Präsentierteller.“

Das überlässt Nagelsmann lieber der Bayern-Führung, die gestern mit den Ungeimpften weitere Gespräche über die Impfproblematik führte. Die Quarantäne-Posse um Joshua Kimmich und vier aktive Corona-Fälle (Niklas Süle, Josip Stanisic und zwei Staff-Mitglieder) zeigt, wie groß die Dringlichkeit dieser Thematik ist.

Artikel 1 von 11