München – Pflicht erfüllt! Die Bayern gewannen am Samstagabend vor 12 000 Fans – unter Einhaltung der 2Gplus-Regel und bei maximaler Stadionauslastung von 25 Prozent – in der Allianz Arena mit 1:0 gegen Arminia Bielefeld. Ein Ergebnis, das den Spielverlauf nicht wirklich widerspiegelt. Die Münchner waren die dominante Mannschaft, erspielten sich Chance um Chance, scheiterten aber häufig an Bielefelds Torwart Stefan Ortega (29). Erst Leroy Sané (25) konnte den Rekordmeister nach Vorlage von Thomas Müller (32) mit seinem Traum-Tor aus der Distanz in der 71. Minute erlösen.
Der 102. Treffer der Bayern in diesem Kalenderjahr. Damit überflügelten sie den bisherigen Rekord des 1. FC Köln, der 1977 101 Tore geschossen hatte. „Es war ein maximaler Minimalsieg“, bilanzierte Kapitän Manuel Neuer (35). Trainer Julian Nagelsmann (34) befand: „Ich finde, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben.“ Der Fußball-Fachmann erkannte gegenüber der Pleite in Augsburg (1:2) eine Verbesserung seiner Mannschaft in Sachen Gegenpressing und Disziplin bei eigenem Ballbesitz. „Was die Struktur angeht, die Positionsbesetzung, war es mit eines unserer besten Spiele.“ Dies sei vor allem gegen tiefstehende Gegner essenziell. „Wenn es lange 0:0 steht, ist es wichtig, dass du keinen Konter kriegst oder nicht viele Standardsituationen gegen dich kassierst“, erklärte Nagelsmann, der sich über das Zu-null-Spiel der Münchner gefreut hat.
Sein Team hat damit in der laufenden Bundesliga-Spielzeit bisher sowohl die meisten Tore (42) geschossen als auch die wenigstens Gegentreffer (13) kassiert. Mit dem 1:0 gegen Bielefeld konnte der FC Bayern seine Tabellenführung in der Bundesliga verteidigen, liegt einen Punkt vor Dortmund, das mit 3:1 in Wolfsburg gewann. Am kommenden Samstag (18.30 Uhr, Sky) kommt es zum Kräftemessen beim BVB. Unsere Zeitung fragte Nagelsmann: Sind die Bayern bereit fürs Top-Spiel? „Grundsätzlich ist man bei Bayern München immer bereit für Top-Spiele“, betonte der Landsberger, dem Vorstands-Boss Oliver Kahn (52) zum Triumph gegen Bielefeld in den Katakomben gratulierte. „Er hat gesagt, Glückwunsch, ein dreckiger 1:0-Sieg ist wichtig.“ Nagelsmann freut sich nun auf eine lange Trainingswoche mit seiner Mannschaft ohne Partie zwischendrin. „Intelligent“ wolle er in den kommenden Tagen arbeiten. Man dürfe es aus Trainer-Sicht nicht übertreiben mit Inhalten oder extrem hohen Belastungszeiten. „Das Wichtigste ist, einfach die Frische zu haben am Wochenende. Das ist auch eine Gratwanderung, dass man nicht übertreibt als Trainer, aber frohlockt, dass es endlich wieder auf den Trainingsplatz geht mit der ganzen Gruppe“, so Nagelsmann. „Wir werden schon ein bisschen was machen. Und dann sicherlich auch sehr gut präpariert nach Dortmund fahren.
Nach wie vor nicht dabei: Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting (32) und Joshua Kimmich (26), die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Immerhin: Die zuletzt fehlenden Niklas Süle (26), Serge Gnabry (26) und Jamal Musiala (18) konnten als Einwechselspieler gegen Bielefeld wieder Wettkampfpraxis sammeln. Rechtzeitig vor dem Top-Duell beim BVB mit dem wieder einsatzbereiten Knipser Erling Haaland (21). „Die Vorfreude auf den Klassiker ist immer groß“, meinte Gnabry.