Pavard erweitert Nagelsmanns Möglichkeiten

von Redaktion

Der Franzose deutet an, dass er auch als Innenverteidiger ein Gewinn für den FC Bayern sein kann

München – Langsam, aber sicher findet Abwehrspieler Benjamin Pavard, 25, zurück zu alter Stärke. Mit dem neuen Spielsystem von Bayern-Cheftrainer Julian Nagelsmann hatte der Franzose bisher seine Probleme. Das war seinem Spiel als Rechtsverteidiger deutlich anzumerken.

Pavard ist keiner, der als Außenverteidiger die Linie rauf und runter marschiert und dadurch Offensiv-Aktionen kreiert. Anders als Alphonso Davies, 20, auf der linken Seite, dessen offensive Spielweise perfekt zur Philosophie von Nagelsmann passt. „Er ist einer, der lieber in der Viererkette spielt oder in einer Dreierkette lieber innen als auf der rechten Offensivposition“, beschrieb der Landsberger Fußballlehrer die Präferenzen Pavards.

Nagelsmann hat sich in den vergangenen Wochen darum intensiv Gedanken gemacht, wie er Pavards Stärken in seinem System wieder zum Vorschein bringt. Einen ersten Vorgeschmack darauf gab es beim 1:0-Sieg des FC Bayern gegen Arminia Bielefeld. Wegen des Trainingsrückstands der Abwehrspieler Niklas Süle und Josip Stanisic nach überstandenen Corona-Infektionen und der Schulterverletzung von Tanguy Nianzou musste Nagelsmann improvisieren. Also schickte er gegen die Arminia eine Art Dreierkette aufs Feld – mit Pavard als rechtem Innenverteidiger. Das funktionierte gut. Vor ihm spielte Landsmann Kingsley Coman als Schienenspieler – oder, wie Nagelsmann die Position bezeichnet, als Joker – und erledigte die Offensiv-Aufgaben. Somit konnte sich Pavard ausschließlich auf seine Abwehr-Arbeit konzentrieren und blühte in zentraler Position regelrecht auf.

Es ist kein Geheimnis, dass sich der Weltmeister in der Innenverteidigung und nicht als Außenverteidiger sieht. „Meine Position ist schon immer die Innenverteidigung. Da fühle ich mich am wohlsten, da habe ich am meisten Spaß. Ich denke, auf dieser Position sieht man meine Qualitäten besser“, sagte Pavard im Oktober. Hat der Franzose tatsächlich eine Zukunft im Abwehrzentrum? Eher unwahrscheinlich. Nicht umsonst haben sich die Bayern-Verantwortlichen dazu entschlossen, nun doch vorzeitig mit Innenverteidiger Süle zu verlängern.

M. BONKE, P. KESSLER

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