Weg mit dem Abenteuer-Bart

von Redaktion

Nach seinem Triathlon um die Welt ging es für Jonas Deichmann erst mal zur Rasur

München – Es war fast schon ein Kunstwerk im Gesicht. 14 Monate lang hatte sich Jonas Deichmann während seines Triathlons um die Welt nicht rasiert. „Ein großes Abenteuer braucht auch einen großen Bart“, so das Motto des gebürtigen Stuttgarters. TV Azteca, eines der größten Medienunternehmen in Mexiko, nannte den deutschen Extremsportler erstmals „Forrest Gump“. Doch nach 429 Tagen war nicht nur das Abenteuer beendet, auch der Bart musste ab. Erst gab es noch Käsekuchen für Deichmann, dann kümmerte sich ein Friseur im Globetrotter am Isartor um das Resultat aus 14 Monaten unkontrollierten Wachstums. Eine halbe Stunde lang dauerte es – „ich fühle mich mindestens zwei Jahre jünger“ sagte Deichmann. Ein gutes Jahr will sich der 34-Jährige ausruhen, 2023 steht das nächste – noch streng geheime – Projekt an.

Eins ist aber schon klar: Ins Wasser wird es dabei nicht mehr gehen. Über 450 Kilometer schwamm der Wahl-Münchner an der Adriaküste entlang bis nach Dubrovnik. Sein wichtigstes Hab und Gut zog Deichmann in einem Floß hinter sich her. Die Strömung zermürbte ihn, auch Quallenstiche und heftiger Sonnenbrand setzten dem Athleten zu. Abends waren oft keine Dörfer in der Nähe, sodass die Nahrung aus Müsliriegeln bestand. „Das Schwimmen war viel Quälerei, die Logistik war die Hölle. Ich denke, ich kann sagen, dass meine Schwimmkarriere vorbei ist“, sagte Deichmann. Seine Lieblingsdisziplin werde weiter das Fahrradfahren bleiben, das Highlight während des Triathlons war jedoch der Lauf durch Mexiko: „Das war eine große Party.“ Von Tijuana aus rannte er in 120 Marathons quer durch das Land bis zum Zielort Cancun. In jeder mexikanischen Stadt warteten hunderte Fans, Bürgermeister und TV-Sender auf ihn. Selbst die Drogenbanden begrüßten Deichmann in den Bergen Sinaloas freundlich und versicherten ihm, dass er sich keine Sorgen um seine Wohlergehen machen brauche.

„Als ich in Cancun angekommen bin, war die körperliche Herausforderung geschafft. Die letzten 4000 Kilometer waren zwar keine Urlaubsreise, aber auch nicht die größte Herausforderung für mich.“

Nach einem Medien-Marathon in den nächsten Wochen will Deichmann so viel Zeit mit der Familie verbringen. Dann wird es Zeit für den nächsten Bart.  nms

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