Booster für die Bayern

von Redaktion

Mit dem 3:2 beim BVB kommen die Münchner dem nächsten Titelgewinn ein gutes Stück näher

VON PHILIPP KESSLER

Dortmund – Ganz Deutschland spricht über den dritten Pieks im Kampf gegen Corona. Die Bayern haben ihren Booster schon bekommen – und zwar in Dortmund. Die Münchner gewannen das hochklassige und spektakuläre Bundesliga-Topspiel beim BVB vor Pandemie-bedingt nur 15 000 Zuschauern mit 3:2, liegen nun vier Punkte vor dem Zweitplatzierten. Ein Erfolg, der den deutschen Rekordmeister näher in Richtung zehnter Schale in Folge bugsiert. „Am Ende haben wir verdient gewonnen. Natürlich ist nichts entschieden, aber es waren wichtige Punkte“, bilanzierte Julian Nagelsmann (34) stolz.

Der Bayern-Trainer war fast die gesamte Partie über an der Seitenlinie hochaktiv, gab seiner Mannschaft lautstark Tipps und Anweisungen. Mit Schlusspfiff schrie er seine Freude heraus, Sportvorstand Hasan Salihamidzic (44) und er lagen sich nach 100 spannenden Spielminuten jubelnd in den Armen.

Die Münchner waren schlecht in den deutschen Klassiker gekommen, lagen schon früh mit 0:1) zurück – Julian Brandt (5.) hatte für den BVB getroffen. Doch es war ein Weckruf für den FC Bayern, der danach viele Chancen kreierte und dank der Treffer von Robert Lewandowski (9.) und Kingsley Coman (44.) das Spiel drehte.

„Natürlich war Dortmund gefährlich in den Umschaltsituationen, aber mit Ausnahme von einem Abschluss haben wir das im Griff gehabt. Deswegen müssen wir zur Halbzeit höher führen“, fand Nagelsmann, dessen Team auch in der zweiten Halbzeit keinen guten Start erwischte. Vor dem 2:2 (47.) durch BVB-Superstar Erling Haaland (21) sah Dayot Upamecano (23) nicht gut aus. Nagelsmann nahm seinen Innenverteidiger aber in Schutz. „Ich finde Upa hat trotzdem ein gutes Spiel gemacht. Die Situation ist unglücklich, aber sehr schwer. Wenn du im Tempo auf den zweiten Pfosten sprinten musst und dann springt der Ball kurz vorher auf – der hat auch eine eklige Höhe, eine Brustwarzen-Höhe. Da gibt es kein Körperteil, das den Ball gut klären kann“, erklärte der Trainer, der mit der Defensivleistung der Bayern und den vielen „hohen Ballgewinnen“ über weite Strecken zufrieden war. Bei beiden Gegentoren habe aber die Abstimmung zwischen zwei Positionen nicht gestimmt: „Man darf nicht vergessen, dass der Gegner auch was kann und viele Tore schießt. Genau so wie wir.“

Zielsicher zeigte sich in Dortmund vor allem wieder einer: Superknipser Lewandowski. Der Pole verwertete den umstrittenen Handelfmeter zum 3:2-Siegtor in der 77. Minute. Sein 26. Treffer im 25. Spiel gegen seinen Ex-Club. Und sein 118. Tor in einem Auswärtsspiel in der Bundesliga. Damit zog er am bisherigen Rekordhalter Klaus Fischer vorbei. Die Provokationen der BVB-Fans, die ihn ihn mit Sprechchören für Lionel Messi (34/Paris Saint-Germain), der bei der Ballon d’Or-Wahl am vergangenen Montag vor ihm landete, ärgern wollten, machten ihm nichts aus. „Das alles hat ihn eher angestachelt“, bewertete Nagelsmann die Motivationsspritze der etwas anderen Art. „Es war kein perfektes Spiel“, sagte Lewandowski. „Am Ende zählt aber nur, dass wir einen verdienten Sieg eingefahren haben.“

Am Mittwoch (21 Uhr, Sky) trifft der FC Bayern in der Champions League zuhause vor leeren Rängen auf den FC Barcelona. Den Münchnern ist im letzten Vorrundenspiel der Gruppensieg nicht mehr zu nehmen. Die Katalanen, die am Samstag in der Liga 0:1 gegen Betis Sevilla verloren, können hingegen noch von Benfica Lissabon, das auf Dynamo Kiew trifft, von Platz zwei verdrängt werden.

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