Keine Zeit zum Nachdenken

von Redaktion

Leipzig ist nach der Trennung von Marsch gegen Man City gefordert

Leipzig – Inmitten der eiligen Trainersuche geht es für RB Leipzig um das Überwintern im internationalen Geschäft. Als Platzhalter an der Seitenlinie soll Achim Beierlorzer im Fernduell mit dem FC Brügge wenigstens noch Gruppenplatz drei in der Champions League sichern – und damit Europa-League-Spiele im neuen Jahr. Mit dem englischen Meister Manchester City wartet allerdings an diesem Dienstag (18.45 Uhr/DAZN) der nächste Härtetest. Selbst eine Niederlage würde reichen – wenn Brügge zeitgleich bei Paris Saint-Germain verliert.

Die Grundsatzfrage nach der Trennung von Jesse Marsch am Cottaweg in Leipzig lautet jedoch: Greift der vom Brause-Imperium Red Bull getragene Club ins obere Trainer-Regal wie einst beim Nagelsmann-Coup? Oder begnügt sich die derzeit minimierte sportliche Führung ohne Sportdirektor mit einem der eher erwartbaren Kandidaten. Der zeitliche Handlungsspielraum ist eng, der finanzielle Puffer in Corona-Zeiten limitiert. Allerdings nahm RB mit den Verkäufen an den FC Bayern viel ein: Für Julian Nagelsmann flossen rund 25 Millionen Euro, für Dayot Upamecano 42,5 Millionen und für Marcel Sabitzer gab es noch einmal rund 15 Millionen Euro. Noch vor Weihnachten soll ein Marsch-Nachfolger präsentiert werden. Doch einer der Wunschtrainer steht nicht zur Verfügung.

Einem Bericht des „Kicker“ zufolge hat Roger Schmidt abgesagt. Der 54-Jährige steht aktuell beim niederländischen Erstligisten PSV Eindhoven bis zum Saisonende unter Vertrag und wolle diesen erfüllen. Domenico Tedesco wäre dagegen sofort verfügbar und dürfte mit in der Auswahl sein. Die Varianten Erik ten Hag (Ajax Amsterdam), Bo Svensson (FSV Mainz 05) und Robert Klauß (1. FC Nürnberg) dürften zum jetzigen Zeitpunkt kaum infrage kommen.

Selbst Pep Guardiola machte sich Gedanken: „Ich bin mir sehr sicher, dass der neue Trainer ähnlich sein wird und viel Einfluss einbringen wird.“ Zudem schwärmte er von seinen deutschen Kollegen. „Die Trainer in Deutschland sind sehr, sehr gut, ich habe sehr viel von ihnen gelernt“, sagte der Spanier. Zurückhaltung will er in Leipzig dennoch nicht üben, auch wenn sein Team den Gruppensieg sicher hat und die Partie für ihn eher „ein Trainingsspiel ist“. Dafür bringt er extra Talente aus der Nachwuchsakademie mit nach Sachsen: „Es kommen vier oder fünf mit uns, vielleicht können wir zwei oder drei einsetzen“, betonte Guardiola.  dpa

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